Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Samstag, 1. März 2014

First steps

Donnerstag, 27.2.
Das Wetter lässt sich bekanntlich nicht ändern, nur die Haltung dazu ! Also starteten wir gut gelaunt in den nassen Tag. Nach einer heißen Dusche, die sich so üppig ergoss, wie die Milch beim Ochsen fließt, besuchten wir das Motel-eigene Lokal, um dort unser erstes amerikanisches Frühstück einzunehmen: Spiegeleier mit Kartoffeln für Uli und Avocado-Käse-Omelette für mich, dazu Toast, Kaffee und Tee. Das obligatorische Eiswasser gab's natürlich auch. Geschmacklich waren wir eher abgetörnt, denn der mexikanische Einfluss zeigte sich in Form von zu vielen Zwiebeln und beißend-bitterer Paprika... nun ja. Mir ging es gar nicht gut, nach wie vor wurde ich alle paar Minuten von Schwindelattacken geplagt.

Check out time war 12 Uhr, und die Zeit nutzten wir auch redlich aus, um in Ruhe zu packen und zu recherchieren, wo wir unsere nächsten Ziele erfüllen konnten: es musste Bargeld her, welches kostengünstig an bestimmten Automaten gezogen werden kann, außerdem wollten wir eine Sim-Karte für Uli's Handy besorgen, damit wir unterwegs für den Fall der Fälle entsprechend gerüstet sind.
Mit der Telefonkarte fingen wir an, und es dauerte einige Zeit und diverse U-turns an x Ampeln, bis wir endlich den T-mobile store fanden, den Uli ausgesucht hatte. Dort die nächste Hürde: das Handy erkannte die neue Karte nicht ! Man gab uns den Tipp, in einem Spezialgeschäft für Handy-Belange um Hilfe zu bitten, wo ein netter, engagierter junger Mitarbeiter alles gab, bis es tatsächlich klappte.
Neben dem Handy-Laden fand sich ein Target-Markt, dort erstanden wir Brot, Butter, Käse, Bananen und jede Menge Getränke (man weiß ja nie...) - und 10 Tüten Skittles (Bestellung von Tom). An der Kasse ein freundlicher Plausch mit der jungen Kassiererin, die neugierig nach unserer Herkunft fragte und gleich Ausflugstipps bereit hielt. Das ist es unter anderem, was ich an Kalifornien so schätze: jeder kommt mit jedem einfach und unkompliziert ins Gespräch.

Unglücklicherweise wurde mir immer wieder elend, und ich musste alles sehr langsam angehen.
Inzwischen waren die Wolken aber etwas lichter, und die Sonne zeigte sich. Es wurde schnell warm, was uns zu Dankbarkeit über den klimatisierten Wagen veranlasste.

Next task: Geldautomat, downtown San Diego. Uli führte mich sicher zu der herausgesuchten Adresse, nur leider fand sich dort kein Geldautomat. Macht nix, wir hatten ja noch eine zweite Option. Also parkten wir das Auto und liefen diverse Blocks kreuz und quer durch die Innenstadt, bis wir endlich den passenden Automaten fanden. Mit Bargeld in der Tasche fühlten wir uns gleich besser und suchten zur Stärkung den nächsten Saftladen auf, wo wir frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte zum stolzen Preis von über 10 Dollar erstanden. Meiner sah aus wie dicker grüner Brei, denn er enthielt neben Bananen und Mango auch Grünkohl - aber sehr lecker und ziemlich sättigend. An der Horton Plaza entdeckte ich das wunderbar-bunte shopping mall, welches mich schon vor 25 Jahren so begeistert hatte. Hier ließen wir uns ein Weilchen treiben.


Es wurde kühler und trüber, also bestiegen wir unseren fahrbaren Untersatz wieder und cruisten noch ein bisschen durch die Innenstadt. Viele arme Menschen sahen wir, teilweise sehr herunter gekommen... ein trauriger Anblick, zwischen den Hochglanzfassaden und Edel-Boutiquen !

Dann ein kurzer Zwischenfall: ich hatte versehentlich das falsche Motel angesteuert und wurde von einer schlecht gelaunten Empfangsdame unwirsch zurecht gewiesen. Sie konnte (oder wollte?!) uns nicht weiterhelfen, und so mussten wir eine ganze Weile suchen, bis wir schließlich die richtige gebuchte Unterkunft fanden. Inzwischen regnete es wieder in Strömen, was die Suche nicht unbedingt erleichterte.
Das Good Nite Inn, in welchem wir ein Zimmer für 2 Nächte reserviert hatten, lag in einer zwielichtigen Gegend und erschreckte uns mit muffigem Geruch, der uns aus unserem Zimmer entgegen schlug - aber was erwartet man für knapp 30 Dollar pro Nacht?!  Mir fiel ein, in einer Hotelbewertung von Bettwanzen gelesen zu haben - und natürlich juckte es mich sofort am ganzen Körper, als ich in das hängematten-weiche Bett kroch *schauder* !
Wegen meiner großen Übelkeit verließen wir unser Zimmer an diesem Abend gar nicht mehr, sondern nahmen ein karges Abendbrot ein und vertrieben uns die Zeit mit lesen und diskutieren. Das Reizthema "Sina" hielt uns in Atem...
Die Lautstärke passte zum Geruch: Gepolter, hupende Autos, knallende Türen, lautes Geschnatter vorm Fenster - die ganze Palette der schönen Motel-Geräusche wurde uns farbenprächtig präsentiert.
Um kurz vor 23 Uhr konnte ich die Augen nicht mehr offen halten, und wir versanken im durchgelegenen Bett in gnädig-tiefen Schlummer.

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