Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Freitag, 21. August 2015

What was left

Donnerstag, 20.8.15, kurz vor Mitternacht
Was von dem Ganzen übrig blieb:
- Lust auf mehr Ostküste (auch sehr interessant - es muss nicht immer California sein)
- guten Mut für weitere Reisen mit Familie L (da hatte ich doch wesentlich mehr Unfrieden befürchtet !)
- vier neue Paar Schuhe (alles Nike)
- keine Gewichtszunahme (obwohl der Fraß in den USA so viel Zucker enthält - bestimmt war es sehr gut, bei Whole Foods eingekauft zu haben, hurra !! :)
- Memories of Olga (they make me laugh from time to time)
- Skinny Jeans (wow, fühlen die sich gut an... wie ein Handschuh !)
- eine Handvoll amerikanische Münzen (ein paar davon hatten sich unter mein deutsches Geld gemischt und an mehreren Kassen (weil ich brillenlos war) für Verwirrung gesorgt)
- die herrlichen Lavendel-Deoroller (da freue ich mich jeden Tag drüber und fürchte mich bereits jetzt davor, dass sie irgendwann aufgebraucht sein werden)
- vier Dollarscheine (einen davon schnappte sich Till - maybe he needs a dollar, a dollar, a dollar is what he needs)
- das gute Gefühl, im Urlaub mal nicht herumgerast zu sein (sondern endlich eine Stadt genauer erkundet zu haben)
- die Feststellung, dass wir so einiges Interessantes gar nicht gesehen haben (hinterher ist man immer schlauer)
- den Wunsch, mehr mit meinem Liebsten on the road zu sein (bald... bestimmt sehr bald...)
- das Wissen darum, wie praktisch eine Massageliege doch ist (und unsere wird morgen oder übermorgen geliefert :)
- ein Haufen tolle Fotos (auf ein paar davon finde ich sogar mich erträglich)
-  viele bunte blog-Beiträge (die mir in ein paar Jahren ermöglichen werden, diese Reise noch einmal zu erleben)
- to be continued...


Samstag, 15. August 2015

All great things end one day

Mittwoch/Donnerstag, 12.-13.8.15

Abreisetag, das ist es, was mir beim Aufwachen durch den Kopf rast und mich sofort munter werden lässt, da es auf halb neun zu geht. Das Haus duftet nach Kaffee und Toast, ich höre P und B im Flur sprechen - nichts wie raus aus den Federn und rein in die Jeans.
Der Frühstückstisch ist fertig und wartet nur darauf, dass ich mich dazusetze: alle anderen haben ihre Plätze bereits eingenommen... übrigens innerhalb der vergangenen drei Wochen immer gleich belegt.
Unter meiner Sitzauflage lauert das Furzkissen auf mich - diesen Spaß erlaubt L sich, seit P selbiges gestern von einem Kursteilnehmer geschenkt bekam. Es bringt ihn jedes Mal zum Wiehern vor Lachen, wenn es ihm gelingt, einen von uns mit der Anwendung zu beglücken. Dummerweise rechnet man nicht dauernd damit, und so ist er ziemlich erfolgreich.
Beim Essen besprechen wir die zeitliche Planung des Tages. Der Flug geht um 21.30 Uhr, das gibt uns die Möglichkeit, alles, was noch so anliegt, in relativer Ruhe zu erledigen. L verdrückt sensationelle 5 hartgekochte Eier, dazu eine ganze rohe Paprika-Schote. Uli raunt mir zu: "Na, das gibt Blähungen !".

Unsere Koffer hatten Uli und ich ja bereits gepackt, daher bleiben uns nur noch Kleinigkeiten, die in der großen Reisetasche, Uli's Trolley und unseren Rucksäcken zu verstauen sind. Ganz entspannt räumen wir die Sachen auf Häufchen zusammen und gruppieren diese auf dem Bett um die zu füllenden Gepäckstücke. Ich liebe es, wie gut mein Schatz und ich zusammenarbeiten können ! Keinerlei Unfrieden, kein Genervtsein, kein zickiges "Warum mach Du das denn so ?!".
Einfach nur harmonisch und wunderbar systematisch gehen wir gemeinsam vor und sind somit bald fertig. Zwischendurch hören wir L und P streiten... Reibung ist im Spiel, denn L möchte lieber herumliegen als mithelfen. Vielleicht ist er nicht froh darüber, dass die gemeinsame Zeit nun spürbar zu Ende geht. Denkbar wär's ja.

Gegen Mittag steht alles fertig da, der Müll ist sortiert und beseitigt, die Betten abgezogen, Bettwäsche und Handtücher im Keller auf der Waschmaschine deponiert. Putzmann Mike hat bereits Geld für die Endreinigung von P erhalten, das Waschen unserer Wäsche ist im Preis mit inbegriffen.


Uli hat Lust auf eiskalte Cola, und ich möchte für den Rückflug ein Subway-Sandwich mitnehmen, da es wieder kein Catering an Bord geben wird. Also besteigen wir das Auto und fahren ein bisschen kreuz und quer durch Pawtucket und Providence - zum letzten Mal, wie wir schweren Herzens feststellen. Nach einer Weile finden wir auch endlich eine Subway-Filiale. Es ist schon seltsam: ständig entdeckt man nebenbei welche, aber wenn man gezielt danach sucht, taucht keine auf.
Wir erstehen zwei Subs, denn Uli hat auch Lust darauf, später eins zu verzehren. Gegen halb zwei erreichen wir die Doyle Ave, weil P für zwei Uhr das Mittagessen angekündigt hat. Er und L sind auch mitten in den Vorbereitungen, zu denen wir uns gleich dazugesellen. Es gibt Nudeln mit Broccoli und Pesto sowie einen Salat mit Mais und Thunfisch. Allen schmeckt die letzte gemeinsame Mahlzeit an diesem Tisch sehr gut. Danach räumen Uli und ich die Küche auf, während P und L sich um ihr restliches Gepäck kümmern und B Sandwiches für die Reise belegt.

Um viertel vor vier sind die letzten Handgriffe erledigt, alle Fenster geschlossen, sämtliche Elektrogeräte ausgeschaltet - ein prüfender Rundumblick: alles OK, wir können abschließen. Als der Schlüssel durch Susan's Briefschlitz geplumpst ist, quetschen wir die vielen Koffer und Taschen in unser (nun recht beengt wirkendes) Auto. Plötzlich Uli's nervöse Frage: "Wo ist eigentlich mein Rucksack ?!" Ich zucke kurz und heftig zusammen; zuletzt sah ich ihn auf einem der Stühle im Wohnzimmer ! Und der Schlüssel liegt nun unerreichbar in Susan's Wohnung. Uli stürzt auf die Veranda... dann der erleichternde Ausruf "Hier steht er ja !" Uff. Das ist gerade noch mal gut gegangen.

Unser treues Gefährt ist prall gefüllt, B manövriert uns vorsichtig aus der Ausfahrt, und wir setzen uns in Bewegung Richtung Highway. Bye bye Doyle Ave, Du warst uns ein echtes Zuhause.
"Habt Ihr alle Eure Reisepässe ?" so lautet Ps fröhliche Frage. "Jaaa !" antworten wir ebenso fröhlich im Chor. "Und habt Ihr auch alle Eure Flugtickets ?" fragt P, wieder sehr fröhlich. "Na klar !" ertönt es um mich herum - nur ich kann nicht antworten, weil ich kein Ticket habe. P macht hier einen Scherz, denke ich und sage das auch. Da wird es mit einem Mal ganz still und ernst im Auto. "Wie, Du hast Dein Ticket nicht, das habe ich Euch doch beim Hinflug gegeben." sagt P, gar nicht mehr fröhlich. Mir wird elend, denn ich weiß, was ich mit meinen Unterlagen vom Hinflug getan habe: sie landeten im Altpapier, weil ich dachte, ich bräuchte sie nicht mehr - vor über 2 Wochen ! B legt eine Vollbremsung hin und starrt mich entgeistert an. Jetzt möchte ich weinen und mich gleichzeitig übergeben. Hundeelend fühle ich mich. Zurückfahren nützt nichts, denn das Altpapier wurde abgeholt - auch vor über 2 Wochen. "Wird vielleicht nicht so schlimm sein," sagt P (zum Glück ganz ruhig, während ich am ganzen Leib zittere) "ich habe alle Tickets auf meinem Computer gespeichert, notfalls drucken wir es nochmals aus." Langsam kann ich weiter atmen und mich etwas beruhigen. Stimmt, wir haben ja inzwischen das Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung erreicht, niemand ist mehr von nur einer einzigen Version eines Tickets abhängig. Trotzdem sitzt mir der Schreck in den Gliedern, und ich schwitze noch eine Weile ängstlich vor mich hin.

Wir kommen zügig voran, zumindest bis Boston. Dort geraten wir mitten in die Rush Hour und brauchen für wenige Meilen fast eine Stunde. Gut, dass wir früh genug losgefahren sind, so können wir gelassen bleiben, bis wir endlich die Autovermietung erreicht haben, unser Gepäck ausladen und dem netten Fahrzeug Adieu sagen, welches uns so zuverlässig und angenehm bequem zur Verfügung stand. Nun heißt es schleppen ! Der Tragegurt der Reisetasche schneidet sich in meine Schulter, Uli kämpft mit den beiden schweren Koffern, es ist heiß und drückend... puh... und wie angenehm, dass das Shuttle zum Flughafen nicht weit entfernt auf uns wartet. Eine kurze, klimatisierte Fahrt später steigen wir direkt vor der Flughafen-Tür aus, die zum Iceland Air-Schalter führt. Wir kommen auch direkt dran: der spannende Moment ist gekommen, wird man mein Ticket sehen wollen ? Nix da, die Reisepässe reichen völlig aus. Wie wunderbar ! Wir sind unsere schweren Gepäckstücke los, auch sehr schön. Nun möchte ich gerne einen Cappuccino. Und tatsächlich gibt es einen Dunkin Donuts im Flughafen, das finde ich geradezu genial. Dort zieht es uns jetzt unaufhaltsam hin, Uli ersteht zwei mittlere Becher Cappuccino, P und B möchten nichts. B eilt es ein bisschen, denn sie will unbedingt noch die letzten Postkarten schreiben und versenden, bevor wir die Security durchschreiten.


Also installieren wir uns in eine Sitzgruppe. Uli stellt seinen Becher auf einem der Sitze ab - und flatsch, kippt der Becher schwungvoll um. Ein halber Liter Cappuccino, reich gezuckert, fließt auf die Sitzbank und kleckert auf den Boden. Zum Glück hat B eine volle Box Kleenex dabei, damit können wir das Malheuer soweit beheben. Ich biete Uli an, ein neues Getränk zu besorgen, aber er winkt ab. "Egal, dann eben nicht." lautet seine pragmatische Antwort.
B schreibt Postkarten, und ich verfasse eine eMail an Julian, da man hier eine Zeit lang freies WLAN nutzen kann.

Es wird Zeit, durch die Security zu gehen. The same procedure as every time: alle Dinge aus den Hosentaschen nehmen, Handgepäck in Boxen legen, Elektrogeräte extra, Schuhe aus und nach Aufforderung in den Bodyscan. Hände hoch, 3 Sekunden still stehen, dann heraustreten und sich gegebenenfalls abtasten lassen; mich klopft eine Frau seitlich unter den Armen und zwischen den Brüsten ab. Nun ja, man kann überall Sachen versteckt haben... Uli's Schuhe werden wieder extra durchleuchtet. Als wir alle durch sind, schlägt P vor, nun zu Abend zu essen. Vor den Gates gibt es einen großzügigen Bereich, wo Tische stehen. Wir finden einen Platz für uns fünf und packen unser Essen aus. L murrt über die liebevoll belegten Sandwiches seiner Mutter, er hätte lieber unsere - vom Transport völlig durchgeweichten - Subs. Auch der Hinweis, dass sie voller Salat sind, den L ja gar nicht mag, besänftigt seine Gier nicht. Ich bin nicht zum Teilen bereit, er muss dies nun leider aushalten. Gnatzig kaut L auf seinem Brot und sieht sehr unzufrieden aus.

Bald ist boarding time. Schnell noch etwas frisch machen und kurz die Toilette besuchen, dann geht es zügig in den Bauch der Boing 757, die uns in 4 1/2 Stunden Flugzeit nach Keflavik bringen soll. Zwischen Uli und mir bleibt ein Platz frei, und wir frohlocken schon, aber im letzten Moment erscheint ein Mann, der diesen Platz einnehmen möchte. Dreck ! Ich rutsche genervt auf den Mittelplatz, der Mann breitet sich auf dem Platz neben mir aus. Er macht sich sogar ziemlich breit ! Das kann ich nicht gut ab. Mein ganzer Körper wird steif. Uli bemerkt meinen Zustand und bietet mir an, Plätze mit ihm zu tauschen. Das möchte ich nicht so gerne, denn Uli hatte sich darauf gefreut, aus dem Fenster zu schauen und Sternschnuppen zu suchen, die es in dieser Nacht zuhauf geben soll... Meine Laune sinkt bedrohlich Richtung Keller. Das lässt mein sensibler Mann nicht zu. Unmittelbar nach dem Start und dem Erlöschen des Anschnall-Zeichens nötigt er mich, den Fensterplatz einzunehmen, während er sich auf den Mittelplatz setzt. Er ist so lieb ! Sofort geht es mir besser, ich kann aufatmen und mich entspannen.
Allerdings nicht lange... ein unangenehmer Geruch steigt mir in die Nase. Es riecht nicht gut, gar nicht gut - es riecht nach fiesem Furz ! Bah. Dieses Phänomen wiederholt sich nun turnusmäßig ca. alle 10 Minuten, und zwar mit jedem Mal scheinbar stärker. Uli's Worte vom Frühstück fallen mir wieder ein. Aber L sitzt doch zwei Reihen vor uns, es kann doch nicht sein, dass seine Darmwinde sich so intensiv ausbreiten. Ich halte mir die Nase zu und versuche, mich auf die beiden isländischen Filme zu konzentrieren, die ich aus dem Bordprogramm ausgesucht habe. Tolle Filme, sehr intensiv, aber auch reichlich trist. Passen zu der kargen Insel.

Mein Schatz schläft neben mir ein, ich staune in den Nachthimmel, deutlich sehe ich den großen Wagen, und meine Bitte um ein positives Zeichen für Tom wird unmittelbar mit einer prächtigen Sternschnuppe beantwortet, die quer durch den großen Wagen rauscht. Mit schießen die Tränen in die Augen vor Glück. Die nächste Bitte ist für Uli und mich - wieder kommt die Bestätigung aus dem Universum in Form eines leuchtend hellen Meteors. Das Flugzeug gleitet ruhig durch die extrem kurze Nacht: schon bald sehe ich einen hellen Streifen am Horizont, der schnell rötlich wird. Wir fliegen ja mit der Zeit, also vergeht sie auch spürbar schneller. Nur gestört von dem dauernden Furz-Geruch erlebe ich einen der angenehmsten (weil turbulenzfreiesten) Flüge überhaupt.

Island taucht gegen kurz vor sieben auf. Es regnet und ist ziemlich frisch. Super, dass ich in Sandalen und natürlich auch ohne Socken unterwegs bin


Im Flughafen ist es zum Glück nicht besonders kalt, so halte ich den Temperaturunterschied ganz gut aus. Im Food Court entdecken wir einen Stand mit Cappuccino, der uns lockt und erfreut. Auch auf diesem Flughafen ist das WLAN frei, und ich kann ein bisschen surfen, während wir auf's Boarding warten. Dann geht es los, wieder landen Uli und ich auf Fenster- und Gangplatz, und wieder erscheint ein Mann, der zwischen uns sitzen soll. Uli rutscht freiwillig auf den Mittelplatz. Ich bin ihm sehr dankbar.

Dieses Mal sitzen P, B und L in der Reihe vor uns, und kurze Zeit nach dem Hinsetzen nehme ich es wieder wahr: der Gestank scheint tatsächlich von L auszugehen ! Nochmal drei Stunden... mir wird bei der Vorstellung ganz schlecht. Wie zuvor umweht uns spätestens alle 10 Minuten der Geruch nach verfaulten Eiern par excellence. Der Mann neben Uli guckt uns sehr irritiert an - wie peinlich, ich hoffe, er denkt nicht, dass das einer von uns ist... :(
Das Bordprogramm gewährt Ablenkung, ich schaue "PS: Ich liebe Dich", eine wunderbar-romantische Story über eine tragische Liebe. Auch dieser Flug könnte sehr ruhig und angenehm verlaufen, wäre da nicht dieser unablässige Gestank, der uns die Tränen in die Augen treibt. B dreht sich irgendwann zu mir um und fragt: "Guckst Du so einen traurigen Film ?" - da platzt es aus mir heraus, und ich teile ihr unverblümt mit, dass L's Gefurze mich an den Rand der Verzweiflung treibt. Ihre Entgegnung ist entsetzt, denn sie war der Meinung, der Geruch würde nur sie betreffen. Leider nein, kann ich ihr versichern. Vielleicht waren 5 Eier und rohe Paprika plus Süßstoff-gesüßter Kaugummi (-> Nebenwirkung: Blähungen) keine so gute Idee vor einem Flug. Womöglich wäre es auch eine gute Idee, wenn L den Gangplatz einnähme und zum Luftlassen auf die Toilette ginge ? Aus irgendeinem Grund fällt keinem von uns diese einfache Lösung ein.

Aber auch diese Zeit vergeht, wir sind schon über Dänemark, und der Pilot setzt zum langsamen Sinkflug an. Ein bisschen Angst habe ich, dass meine Ohren wieder so schmerzen könnten, wie auf dem Hinflug. Zum Glück passiert das nicht, so kann ich fasziniert zuschauen, wie die Landschaft unter uns immer größer wird, während Uli neben mir seelenruhig schläft.


Hamburg taucht auf, und schon kurze Zeit später rumpeln wir sicher über die Landebahn. Pünktlich und heil gelandet - das wäre geschafft ! Ein paarmal gähnen, und meine Ohren sind frei, herrlich.
Wir verlassen das Flugzeug und begeben uns zum Gepäckband, wo wir eine ganze Weile warten müssen, bis sich etwas tut. L stellt sich neben mich - und plötzlich steigt mir wieder der altbekannte Geruch in die Nase. Ich kann nicht mehr und pflaume ihn an, er möge bitte woanders furzen, aber nicht direkt neben mir. Betreten schaut er weg - und mir tut mein Grobsein sofort ein bisschen Leid.
Schließlich tauchen unsere Sachen auf, vollständig und bis auf P's schönen weißen Hartschalenkoffer, der leider einen Riss abbekommen hat, unversehrt. Mir graut es davor, gleich mit dem schweren Gepäck Bahn fahren zu müssen - da steht plötzlich Diedrich vor uns und fragt, ob wir einen Lift nach Bad Schwartau möchten ! Wie genial ist das denn ?!? Natürlich wollen wir, hochgradig dankbar. "Rechne immer mit einem Diedrich" hat sich mal wieder bewahrheitet. :)
Abschied von Familie L., wir drücken einander fest und herzlich - Danke für diese wundervollen Wochen, Ihr Lieben. Dann rauschen die drei davon, während wir zum Auto wanken, das bleischwere Gepäck einladen und dankbar Platz nehmen. Auf der Heimfahrt gibt es viel zu berichten... denn schließlich hat Diedrich dieses blog nicht gelesen ! ;)

Mittwoch, 12. August 2015

Rainy Birthday

Dienstag, 11.8.15
Meine Nacht war mehrfach unterbrochen - warum, weiß ich gar nicht so genau... miese Träume? Die lärmende Müllabfuhr? Angst vor dem bevorstehenden Geburtstag? Keine Ahnung. Aber ich schlafe dafür bis kurz vor zehn und erwache gut ausgeruht. Es regnet heftig, so dass ich froh darüber bin, gestern noch mal am Strand gewesen zu sein. Mein Liebster betritt das Zimmer mit einem strahlenden Lächeln und begrüßt mich herzlich. Ob ich Tee möchte? Aber zu gerne doch!
Heute bin ich also tatsächlich 50 Jahre alt. Unglaublich.


Ein Blick in mein eMail-Postfach erfreut mein Herz, weil ich entzückende Nachrichten vorfinde. Besonders Ulrich's Worte berühren mich so stark, dass ich spontan weinen muss. Es ist einfach herrlich, von so lieben Menschen umgeben zu sein. Tiefe Dankbarkeit empfinde ich und bin froh über den wunderbaren Zuspruch. Nur einen bitteren Stich spüre ich: kein Wort von Sina! Warum ich immer noch auf Zuwendung von ihr hoffe. So langsam müsste ich doch begriffen haben, dass sie nur um sich selbst kreist und keinerlei soziale Kompetenzen aufweist. Traurig, aber nur zu wahr!

Im Wohnzimmer steht ein Tisch für mich bereit, liebevoll geschmückt.


Eine Weile brauche ich, bis ich mit dem Auspacken der Geschenke beginnen kann. Meine alte Geburtstagsfurcht befällt mich immer wieder: es bereitet mir Schwierigkeiten, vor den neugierigen Augen anderer deren Gaben entgegen zu nehmen und zu öffnen. Irgendwie habe ich Angst, mich nicht ausreichend freuen zu können und damit mein Gegenüber dann vor den Kopf zu stoßen. Zum Glück weiß Uli um diese Problematik, und so fällt es mir nicht mehr so schwer, mit meinem Geburtstagstisch umzugehen. Mein Schatz hat sich wieder sehr viel Mühe gegeben, mich mit tollen Geschenken zu überraschen, ich freue mich sehr über seine fantasievollen und persönlichen Gaben. Von P und B erhalte ich den Rucksack, welchen B mir vor zwei Wochen in der mall aus der Hand riss... welch Zufall ;).

Da ich heute bestimmen darf, was wir unternehmen, äußere ich den Wunsch, zum Frühstück einen Diner aufzusuchen, den wir gestern im Vorbeifahren gesehen hatten. Es ist schon fast zwölf, als wir uns im strömenden Regen auf den Weg machen, und der Hunger ist inzwischen beißend. L mault herum, nichts passt ihm - leidet er unter Schlafmangel? Meist ist er ja als erster wach, oft schon vor sechs, auch wenn er erst abends um zehn schlafen ging.


Im Diner herrscht reger Betrieb, aber es findet sich ein Tisch für uns fünf. Wir bestellen Omelettes, Hamburger, Leber mit Zwiebeln und Pommes sowie Hackbraten und Bohnen. Alles schmeckt bestens und sättigt ausreichend.



P möchte danach Kaffee und lädt in eine vegane Bäckerei ein, wo L den nächsten Anfall schlechter Laune bekommt, weil er sich nicht den Kuchen aussuchen darf, den er haben will. Eigentlich bin ich pappsatt, kann aber einem Cappuccino mit Mandelmilch und einem Peanutbutter-Brownie nicht widerstehen. Beides ist köstlich, allerdings nach dem üppigen Frühstück nicht zu schaffen.


Mein nächster Wunsch ist ein Besuch des Culinary Art Museums. Routen-Uschi führt uns durch die verregnete Stadt in eine sehr industriell anmutende Gegend am Hafen. Ein bisschen irren wir herum und fragen mehrere Leute, bis wir schließlich den Eingang zum Museum entdecken.


Gleich zu Beginn der Ausstellung erfahren wir, dass der Diner, in dem wir eben zum Frühstück waren, der allererste Diner in den USA überhaupt war! Zufälle gibt's... schon verrückt. Fasziniert betrachten wir die tollen Exponate, von denen man viele anfassen darf.


Hier dreht sich alles um Essen und die Kultur desselben. Mit spürbarer Liebe zum Detail und jeder Menge spannenden Background-Informationen wurde hier eine großartige Ausstellung geschaffen, die uns mehrere Stunden fesselt. Bis geschlossen wird wandern wir dort herum und vergnügen uns auf das Beste. Sogar der bis hierhin ziemlich gnatzige L hat seinen Spaß.




Erschöpft gehen wir zurück zum Auto und beschließen, noch kurz einzukaufen und dann nach Hause zu fahren. Bei Whole Foods besorgen wir Brot, Waschmittel, Käse, Kokoswasser und Mais, und dann nichts wie ab in die Doyle Ave. Mir geht L's Dauergenörgel gegen den Strich, ich muss mich für ein Stündchen zurückziehen und beantworte die vielen lieben eMails. Danach beginne ich, den heutigen Blogeintrag zu verfassen und packe weiter Sachen zusammen, damit ich morgen nicht in Stress gerate.


Gegen halb neun gibt es Abendessen: B hat einen Salat vorbereitet, dazu gibt es Brot. L dreht noch mal so richtig auf - etwas, das ich nicht vermissen werde, wenn wir wieder daheim sind. Nach dem Essen ist Schlafenszeit für L, Uli und ich räumen die Küche auf, und P und B starten eine Spaziergangrunde durch die inzwischen trockene Nacht.
Morgen ist das Abenteuer vorüber - schade! :(

Dienstag, 11. August 2015

Slow Monday

Montag, 10.8.15
Obwohl der Wetterbericht Regen und Sturm vorausgesagt hatte, werde ich von strahlendem Sonnenschein geweckt. Heute beginnt der Kurs von B und P bereits um neun, also stehe ich zeitig auf, damit kein Stress entsteht. Mein gutgelaunter Schatz kocht mir einen Tee, und dann wird es auch schon Zeit fürs Frühstück. Wir fangen ohne B an, sie braucht noch eine Weile im Bad. Um zwanzig vor neun möchte P los, aber das klappt nicht ganz. Dennoch sind wir kurz vor neun beim Artiste Village, da kaum andere Autos unterwegs sind; heute ist Feiertag in Rhode Island.
L möchte sofort wieder zum Angelsee, aber dazu haben Uli und ich keine Lust. Wir möchten anfangen, unsere Koffer zu packen. Insofern fahren wir zurück in die Doyle Ave und verbringen ein paar Stunden mit Sortieren und Packen, während L gelangweilt im Haus herumlungert. Uli schreibt Tom an, um ihn in seiner Not angemessen zu unterstützen. Dies wird von Tom überaus dankbar angenommen. Was er jetzt braucht, sind weder Vorwürfe noch Ermahnungen, auch keine Bekundungen der eigenen Sorgen. All das ist völlig fehl am Platz und für Tom lediglich überfordernd. Er braucht jemanden, der ihm zuhört, ihm Kraft sendet und ihn unterstützt, und genau dieses gibt Uli ihm! Ja, mein Mann ist großartig.

Um halb eins fahren wir mit L zu unserem Asia-Imbiss, um Lunch zu essen.


Es ist lecker wie immer und überzeugt uns erneut durch günstige Preise.
Danach möchten wir Cappuccino und steuern einen Dunkin Donuts an. Es ist noch zu früh um P und B abzuholen, deswegen machen wir eine kleine Landpartie. Wahllos fahre ich herum, und wir schauen interessiert, was sich uns so bietet... Plötzlich überholt uns ein Streifenwagen mit Blaulicht und Sirene, und kurz darauf entdecken wir den Grund: ein schwerer Verkehrsunfall hat sich ereignet, es wimmelt von Helfern. Im Vorbeifahren sehe ich eine Reanimation - das treibt mir die Tränen in die Augen! Ich rege mich über Kleinigkeiten auf, anstatt über jeden Moment dankbar zu sein, in dem es meinen Kindern/Lieben gut geht. Betreten suchen wir schnell das Weite. Bloß nicht noch einmal den Unglücksort passieren. Routen-Uschi findet eine Alternative und führt uns durch schöne Landschaft mit schnuckeligen Dörfern.
Um kurz vor drei landen wir am Artiste Village, aber die Beiden sind noch nicht fertig. Also warten wir ein bisschen und stöhnen über die sengende Hitze, die eigentlich nur Strand zulässt. Die nächste Herausforderung kommt in Form der drei Behandlungsliegen, welche mit in die Doyle Ave müssen und sich erst partout nicht in den Kofferraum stapeln lassen wollen - bis mir einfällt, dass man die Lehne der Rücksitzbank nach vorne kippen kann. Das ist zwar ziemlich unbequem für die drei, die hinten sitzen, aber so passen die Liegen hinein, und für knappe 8 Minuten Fahrt geht es mal.

Zuhause angekommen spekuliere ich auf einen kurzen Stop und baldigen Aufbruch Richtung Ozean. Ich wage eigentlich gar nicht zu hoffen, dass das klappt... aber da täusche ich mich zum Glück. Tatsächlich sind wir keine 20 Minuten später auf dem Weg zum Wheeler Beach. Zwar kommen wir erst nach fünf dort an, haben jedoch den großen Vorteil, dass wir weder Eintritt zahlen müssen, noch Parkplatz-Probleme vorfinden. Es sind nur noch wenige Menschen am Strand, wir können uns also so richtig ausbreiten. Froh und glücklich hüpfe ich ins Wasser, es ist wunderbar erfrischend und gar nicht kalt. L eifert mir nach, nur die anderen drei verweigern das kühle Nass und aalen sich lieber in der Sonne.





Wir spielen im Sand, sammeln Steine, träumen über das Meer... einfach nur entspannend und herrlich. Mit der sinkenden Sonne wird es recht frisch - Zeit zum Aufbruch. P und L geraten aneinander, wie so oft, wenn L seinen Willen nicht bekommt. Wie gut, dass P sich davon nicht beeinflussen lässt und konsequent bleibt. Es kostet ihn jedesmal sichtbar Nerven, aber alles andere wäre Gift für L, der dann uferlos über alle Stränge schlüge. So darf er sich an seinem Vater abarbeiten.

Für den Heimweg möchte ich noch einen Cappuccino, den Uli mir beim nächsten Dunkin Donuts holt. Dann fahre ich die rund 60 km hochkonzentriert zurück nach Providence. Es herrscht dichter Verkehr, immer wieder werden wir rasant überholt, und es wimmelt nur so von Polizeiautos. Respektvoll halte ich mich genau an die Geschwindigkeitsbeschränkung, vor den amerikanischen Polizisten habe ich regelrecht Angst! Gegen halb neun erreichen wir unser Häuschen, P kocht fix einen Topf Nudeln, dazu gibt es Pesto, was allen mundet. L ist hundemüde, will aber noch nicht schlafen gehen, was seine Eltern wenig beeindruckt. Sie greifen rigoros durch, mit dem Ergebnis, dass der Junge widerstandslos in seinem Zimmer verschwindet. Steter Tropfen... gut so! Eine Zeit lang besprechen wir noch die leidige Sina-Problematik, erneut ohne Ergebnis, dann begeben P und B sich auf ihre Abendrunde, während Uli geheimnisvoll im Wohnzimmer herumwerkelt und ich mein Blog schreibe. Morgen soll ich 50 sein - das will mir absolut nicht in den Kopf!!!!

Montag, 10. August 2015

No fish today

Sonntag, 9.8.15
Lange konnte ich nicht einschlafen und musste über Tom nachdenken. Die Angst, er könne in eine Szene abrutschen, die schädlich für ihn ist, schnürte mein Herz ab und tat mir so weh! Zuviele Jugendliche habe ich schon kennen gelernt, deren Schicksal besiegelt war, weil sie sich mit den falschen Freunden abgaben und schließlich so verstrickt waren, dass sie nicht mehr umkehren konnten. Meine Bitte an das Universum lautete in der letzten Nacht: Lass nicht zu, dass meinen Söhnen etwas zustößt.

Ziemlich gerädert wache ich um kurz nach sieben auf. Mein Schatz liegt nicht mehr neben mir. Aufstehen möchte ich noch nicht, so wälze ich mich von einer Seite auf die andere und versuche, noch ein wenig zu entspannen, bevor der Tag endgültig beginnt. Viertel nach acht erscheint mein Liebster. Er begrüßt mich herzlich und berichtet, dass er mit Tom Kontakt via WhatsApp hatte. Tom ärgert sich massiv über den Vorfall, zumal er eigentlich nicht mit den Leuten los wollte, sich aber überreden ließ. Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen. Immerhin sieht er ein, dass die Aktion völlig blöd war, das beruhigt mich. Im Licht des Morgen betrachtet erscheint die Zukunft ein wenig heller... wir werden auch diese Klippe umschiffen.

Nun möchte ich einen Tee und klettere die Treppe hinab. L sitzt auch schon in der Küche, P und B kommen hinzu, und wir beginnen damit, ein umfangreiches Frühstück vorzubereiten. Da die Beiden gestern noch einkaufen waren, sind alle Teller bestens gefüllt. Gestern hatte die beunruhigende Nachricht mir ja gründlich den Appetit verdorben, daher bin ich nun umso hungriger.
Nach dem Essen räumen wir fix zusammen auf und packen unsere Sachen für den Angelsee: L möchte gerne nochmal sein Glück versuchen. Es ist bewölkt und frisch, also muss heute etwas wärmere Kleidung eingeplant werden. Wir sind alle fertig und warten auf B, die noch eine Weile im Bad verbringt. Der Kurs beginnt um elf, viertel vor brechen wir auf. Zum Glück ist kaum Verkehr, so dass die Beiden pünktlich ankommen. Ein fröhlicher Abschied, und schon sind wir wieder auf dem Weg zum Pulaski State Park. Routen-Uschi ist arbeitslos, denn ich erinnere die Strecke und fahre sie fehlerfrei. Ein Cappuccino auf halbem Weg muss sein. Dieses Mal nörgelt L nicht, wahrscheinlich hat er sich meine Worte von gestern gemerkt.

Trotz des durchwachsenen Wetters ist der Park gut besucht. L erblickt andere Angler auf "seiner" Brücke und ist empört! Mich stören die Angler weniger, aber eine Frau mit zwei dauerkläffenden Hunden plus Dudelradio strapaziert meine Nerven. Ihr Mann zieht einen enormen Fisch aus dem See und präsentiert diesen stolz. Nachdem er genug gewürdigt wurde, setzt er ihn zurück. Das gefällt mir gut. Nun sind Uli und L hoch motiviert! So einen Brocken wollen sie auch angeln. Allerdings muss Uli bald in den See steigen, denn der Haken hängt irgendwo fest. Wie günstig, dass wir Badezeug dabei haben, auch wenn es niemanden wirklich gelüstet, ins Wasser zu gehen. Die Beiden geben alles, aber heute wollen die Fische offenbar keine Piercings.


L muss einen seiner Köder opfern, weil der Haken in einer Mauer hängen bleibt, welche nicht zu erreichen ist. Also greift Uli zur Schere, damit wenigstens die Angel befreit ist. Das freut L gar nicht!


Ich sitze im Campingstuhl und lese, es ist reichlich kühl...hätte ich doch nur auf meinen Instinkt gehört und eine Jacke mitgebracht. So bleibt mir nur, mich ins Handtuch zu wickeln. Über jeden Sonnenstrahl bin ich froh.



L's Laune ist getrübt, weil so gar nichts beißen möchte.
Gegen drei ist es dann genug und packen zusammen. Hunger haben wir auch, also suchen wir einen Platz zum Essen und finden ein Restaurant am Straßenrand, welches alle Wünsche erfüllt: Uli möchte Hamburger und L Nudeln mit Tomatensauce.


Die Bestellung ist schnell aufgegeben und wird auch zügig gebracht, allerdings ist mein Burger nicht nur well done sondern verbrannt.



Das mag ich nicht und erbitte einen neuen Burger. Und dann darf ich warten...
Uli und L sind bereits fertig, als endlich mein Essen serviert wird. Die nächste Reklamation: der Bacon fehlt. Man bringt mir einen Teller mit zwei Streifen Bacon, welcher so fett ist, dass ich ihn lieber L überlasse. Der stürzt sich gierig darauf. Mein Burger schmeckt okay, aber am letzten Bissen verschlucke ich mich so heftig, dass ich einen Moment lang fürchte, ich müsse ersticken. Grässlich!
Die Rechnung wird gebracht und ist enorm hoch - kein Wunder, denn man hat uns ein Gericht zusätzlich berechnet. Die dritte Reklamation. Entsprechend niedrig fällt das Trinkgeld aus.
Dennoch bleiben wir guter Dinge und fahren - Beatles-Songs singend - nach Pawtucket zurück. Drei Stops legen wir ein: bei Dunkin Donuts für Drinks, bei Walgreen's, um vergeblich nach einem Sweater für Uli zu suchen und bei Stop and Shop wegen der Skittles, die Tom sich gewünscht hat. Dann hören wir noch zwei Genesis-Stücke und sind pünktlich um sechs am Artiste Village. Bald erscheinen P und  B, sie sind erschöpft von dem langen Nachmittag bei schlechter Belüftung.
Wir lachen fröhlich zusammen, während ich uns in die Doyle Ave kutschiere. Dort beginne ich ganz gemächlich mit ersten Vorbereitungen für die bevorstehende Heimreise. Nur noch drei Tage...

Abendessenzeit. L duscht, B schläft, also bereiten P, Uli und ich den Tisch vor und warten, bis alle beisammen sind. Über das Brot kann man heute streiten: das eine - Olga, benannt nach der Bäckerei, die dieses herstellt - ist altbacken und hart, das andere enthält Oliven - mit Marmelade nur bedingt lecker. Wir lachen darüber, lassen nebenbei den Tag Revue passieren und diskutieren, ob die amerikanische Freundlichkeit besser ist, als die deutsche Reserviertheit. Das Ergebnis bleibt offen, beides hat Vor- und Nachteile.
L geht ins Bett, P und B auf ihre Abendrunde, und mein Schatz und ich ziehen uns zurück. Gerne möchten wir einen lustigen Film gucken, wissen aber noch nicht genau, welchen...

Sonntag, 9. August 2015

Boys just wanna have fun, too

Samstag, 8.8.15
Früh (viel zu früh!) werde ich wach und beschließe, lieber noch ein bisschen weiter zu schlummern. Wilde Träume beuteln mich, und als ich gegen viertel vor neun aufstehe, habe ich das Gefühl, nun doch ein wenig zu lange geschlafen zu haben... Wie es meinem Liebsten wohl geht?! Hoffentlich hat sich seine Haut beruhigt. Kaum denke ich an ihn, schon kommt er mir lächelnd entgegen. Besser geht es ihm nicht, aber davon lässt er sich nicht beeindrucken. Das schmälert meine Sorgen nicht gerade. P bietet ihm seine homöopathische Hausapotheke an, eventuell enthält sie ein passendes Mittel. Uli informiert sich online und findet Apis heraus, wovon er auch gleich ein paar Kügelchen einnimmt. Ob es hilft, wird sich zeigen müssen.

Letzte Nacht ist im Bad eine Fliese von der Wand gefallen und hat uns in Erstaunen versetzt, weil niemand es mitbekommen hat. B fand sie in der Badewanne liegend - ein unschönes Loch prangt nun dort, wo vorher die Seifenablage war. Unangenehm, aber nicht zu ändern, das bringen alte Häuser leider so mit sich. Zum Glück hinterließ Susan verschiedene Telefonnummern für solche Fälle. Der Putzmann will heute sowieso kommen, ihn können wir auch fragen. Jetzt ist allerdings erst mal Frühstück angesagt, denn der Kurs startet um elf. L ist schon aufgeregt und kann es kaum erwarten, an den Angelsee zu fahren. Gemach! Erstmal zuende essen, danach packen, seine Eltern zur Arbeit bringen, und dann erst geht's los. Oh, das strapaziert seine Geduld reichlich. Wir sind gerade vom Tisch aufgestanden, da erscheint auch schon Mike, der Putzmann. Freundlich begrüßt er uns und startet sofort mit dem Geschirr, wir sollen uns darum nicht kümmern. Also bemühen wir uns lieber darum, nichts zu vergessen. Ich creme L und mich mit Sonnenschutz LSF 50 ein, während Uli das Auto belädt. P wird unruhig, er möchte aufbrechen, aber B braucht noch eine Weile... Schließlich ist sie fertig, und wir können los.
Die Strecke ist inzwischen bekannt und schnell bewältigt. Wir verabschieden die Beiden und machen uns auf den Weg zum Pulaski State Park. Eine knappe Stunde Fahrt liegt vor uns. Uli und ich halten bei einem Dunkin Donuts, um Cappuccino zu kaufen. Die acht Minuten, die dies dauert, werden L sehr lang. Immer wieder drängt er zum Weiterfahren, bis ich ihn ermahne, nicht nur an sich zu denken. Dies dämpft seinen Übereifer ein bisschen.

Herrlich ländlich wird die Umgebung, man fühlt sich um Jahrhunderte zurück versetzt. Die Häuser sehen teilweise so alt aus, dass man sich fragt, wie die Bewohner die harten Winter darin überstehen können. Ein Schild warnt vor kreuzenden Pferdekutschen. Wir sehen diverse Oldtimer, Trecker, Lastwagen wie aus "Unsere kleine Farm". Idyllisch, aber bestimmt nicht leicht, so zu leben. Bald haben wir den Park erreicht. Eine gewundene Straße führt uns an den kleinen See, auf den L sich seit Tagen gefreut hat. Es gibt ausreichend Parkplätze, jede Menge Picknick-Tische mit Grillstellen, Toiletten, Umkleidekabinen und mehrere junge Männer, die sich um die Freizeit-Anlage kümmern. Alles ist gepflegt und sehr sauber. Eine winziger Badestrand liegt vor uns, bewacht von zwei Life Guards. Einige Familien sind anwesend und toben fröhlich im Wasser herum.


Angeln ist im Badebereich natürlich nicht erlaubt, man muss ein bisschen weiter am Ufer entlang gehen. L hat bereits einen Platz ausgewählt: auf einer kleinen Holzbrücke vermutet er die besten Chancen. Schnell hat er seine drei Angeln ausgepackt, mit Brotklumpen bestückt (die Würmer waren leider vertrocknet) und wirft eifrig die Köder aus. Und tatsächlich zappelt schon bald der erste Fisch am Haken, kann sich aber losreißen, bevor L ihn hochziehen kann. Das spornt ihn umso mehr an, und auch mein Schatz hat jetzt Blut geleckt. Während die Beiden ihren archaischen Trieben folgen, fläze ich mich im Badeanzug auf den mitgebrachten Campingstuhl und verfasse eine eMail an Julian, der mir gestern ausführlich geschrieben hatte. Immer wieder fliegen die mit Brot bestückten Haken ins Wasser, gefolgt von dem enttäuschten Ausruf, irgend so ein gieriges Biest habe das Brot gefressen, aber nicht angebissen. Endlich zieht L einen Fisch an Land, ich muss sofort angerannt kommen und das verängstigte Tier fotografieren, bevor Uli es wieder ins Wasser setzt.



Zum Glück möchte L die Tiere nicht mitnehmen, so erhielten sie zwar eine Verletzung, dürfen aber wenigstens weiterleben. Bald sind die Köder alle, L versucht, ohne Köder zu angeln, während Uli nach Würmern sucht und einen Glashüpfer findet, der sein Leben am Haken von Uli's Angel lassen muss. Ich schaue lieber nicht so genau zu. Kurze Zeit später baumelt der nächste Fisch am Haken: ein Zackenbarsch hatte Appetit auf Glashüpfer und verschluckte dabei leider den ganzen Haken! Uli bekommt das Tier nicht frei und arbeitet ernsthaft daran, ihn möglichst unverletzt zu lassen. Erst mit Hilfe einer Zange gelingt es ihm, den Fisch zu befreien und wieder schwimmen zu lassen.


Mir wird es langsam zu viel mit der Sonne, meine Schultern sind bereits gerötet. Außerdem habe ich Hunger, was kein Wunder ist: die Uhr zeigt halb vier. L will noch nicht los, ist aber auch hungrig. Uli packt zusammen und motiviert L zum Aufbruch.

Aufgrund des Hungers droht die Laune zu kippen...also schnell in den nächsten Ort, wo es eine Pizzeria gibt. Die Wahl fällt leicht, das Warten auf's Essen weniger. Als L seine Salami-Pizza erhält, meckert er erst über die Größe, schafft es dann aber nicht, sie aufzuessen.



Pappsatt verlassen wir das Lokal und fahren gemütlich zurück nach Pawtucket. Auf dem Weg halten wir kurz bei TJMaxx, weil ich noch zwei weitere Lavendel-Deoroller haben möchte. Außerdem finde ich ein neues Etui für meine Sonnenbrille - das alte war nicht nur schmuddelig, sondern auch verbeult. Dann muss noch Cappuccino her. Quasi alle drei Kilometer findet sich ein Dunkin Donuts, beim nächsten holt Uli uns Getränke. Weiter geht's Richtung Artiste Village. Wir sind ein bisschen zu früh dort und schlendern eine Weile durch die Hallen, bis P und B fertig sind. Zurück in der Doyle Ave checke ich meine eMails und bin erschrocken über ein Schreiben von Till, der davon berichtet, dass Tom beim Graffiti-Sprayen von der Polizei aufgegriffen wurde. Dafür erhält er eine Anzeige - nicht die erste! Dies bringt mich innerlich so sehr in Sorge, dass mir sofort schlecht wird und ich weinen muss. Tom verbaut sind dadurch so viel, wenn er das doch nur begreifen würde...
P ruft zum Abendessen, aber ich bekomme keinen Bissen hinunter. Wir diskutieren den Vorfall, finden jedoch keine Lösung. Frustriert ziehe ich mich zurück auf meine Matratze und schreibe. Mein Herz ist schwer und schmerzt. Die Sorge um mein Kind lähmt mich bis ins Mark!

Samstag, 8. August 2015

A great day at the Zoo

Freitag, 7.8.15
Mehrfach wurde ich letzte Nacht wach und grübelte über das Leben im Allgemeinen und Speziellen nach. Entsprechend mürbe fühle ich mich, als ich um kurz nach acht aufstehe. Uli's Ausschlag hat sich massiv ausgebreitet... was das wohl ist?! Langsam fange ich an, mir Sorgen zu machen. Er winkt allerdings ab. Es juckt nicht, es tut nicht weh, also kann es nicht so schlimm sein. Nun gut, wir werden das im Auge behalten.

Geschäftiges Treiben: P und L sind bereits voll im Gang, sie packen die Sachen zusammen, welche für den heutigen Kursbeginn benötigt werden. Bald erscheint auch B, und die Frühstücksvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Gemütlich genießen wir diese Mahlzeit, bevor Unruhe erneut um sich greift. L möchte wissen, was wir heute unternehmen wollen, wir einigen uns auf den Besuch des hiesigen Zoos. Aber erst müssen seine Eltern zu ihrer Arbeit gebracht werden. Einigermaßen pünktlich brechen wir auf, und nach einem kurzen Zwischenstopp bei Staples, wo weitere Stifte erstanden werden, fahren wir die beiden mitsamt zweier Behandlungsliegen zu ihrem Seminarraum im Artist Village Pawtucket. Vor der Tür warten bereits die Kursteilnehmer, welche uns fröhlich begrüßen. Eine lustige Truppe scheint sich dort eingefunden zu haben - bestimmt wird dieser Kurs recht angenehm.


Uli baut noch schnell die Liegen auf, während L die neuen Stifte am Whiteboard ausprobiert, dann wünschen wir allen viel Spaß und verabschieden uns.

Bevor wir den Zoo ansteuern, wollen wir Lunch essen, denn es ist bereits nach zwölf. Ganz in der Nähe befindet sich Maria's Breakfast and Lunch, warum nicht dort einkehren, es gefiel uns ja beim letzten Mal ziemlich gut. L ist skeptisch, wird aber von uns überstimmt. Ziemlich laut empfängt uns das Lokal, was einen gewissen Stressfaktor beinhaltet. Dennoch bestellen wir drei Hamburger mit Pommes. Als die Teller gebracht werden, bin ich doch etwas enttäuscht: Hamburger ohne alles, nur Brötchen und Hacksteak, kein Salatblatt, keine Zwiebeln, keine Tomaten... nix. Naja, wieder um eine Erfahrung reicher! Das Essen schmeckt so lala, sättigt aber wenigstens ausreichend. Erleichtert entrinnen wir der enormen Geräuschkulisse und klettern in unserer Auto.

Next Stop Providence Zoo. Routen-Uschi führt uns quer durch die Stadt und direkt auf den Parkplatz, wo sich sofort ein Plätzchen findet. Mit Wasserflaschen und Sonnenhüten ausgestattet begeben wir uns zum Eingang und berappen runde 40 Dollar Eintritt. Einen ersten Überblick erhalten wir auf einer großen Karte der Anlage. Es gibt einen Rundgang, dem wir folgen. L hat klare Vorstellungen, welche Tiere unbedingt besucht werden müssen und drängt darauf, möglichst schnell dorthin zu gelangen. Besonders scharf ist er auf die Schlangen, die Wölfe, die Elefanten und den Bereich mit den Ziegen, welche man streicheln darf.


Verweilen möchte er nirgendwo länger, egal, an welchem Gehege wir stehen bleiben, er drängt nach kürzester Zeit darauf, doch endlich weiter zu gehen.
Uli fühlt sich sichtbar unwohl, die allergische Reaktion macht seinem Körper offenbar stärker zu schaffen, als er zugeben möchte. Auch ich bin belastet, denn seit dem Lunch schmerzt mein Bauch ziemlich heftig. Haben die fettigen Pommes meine Gallensteine gereizt? Wir schleppen uns mühsam hinter L her, der energiegeladen von Gehege zu Gehege stürzt. Wie gerne würden wir uns irgendwo im Schatten eine Weile niederlassen... daran ist nicht zu denken! Der Zoo bietet jedoch viele schöne Eindrücke, da er mit großer Liebe angelegt wurde und sehr interessante Tiere beherbergt.




Was mir allerdings aufstößt sind die vielen Souvenir- und Süßigkeiten-Shops, welche einen dauernden Reiz ausüben. Wir erklären L klipp und klar, dass wir keinerlei Zeugs erwerben werden. Und da er uns gut genug kennt, weiß er, dass Quengeln keinen Erfolg verspricht. Aber wir staunen darüber, wie viele Kinder von ihren Eltern mit diversen Naschereien und Spielzeug ausgestattet werden. Die Geldbeutel scheinen insgesamt gut gefüllt zu sein und sehr locker zu sitzen. Auffällig auch der hohe Anteil an übergewichtigen Kindern mit dicken Eistüten und Coladosen, oft in Karren sitzend, obwohl schon deutlich über fünf Jahre alt. Seltsam und irgendwie traurig, wie gering das Bewusstsein für die Schädlichkeit von zuviel Zucker immer noch zu sein scheint. 
Ein Ritt auf einem Kamel reizt unseren jungen Freund, diesen spendieren wir ihm gerne.


Auch eine Münze darf er sich prägen, die eine kleine Erinnerung an diesen Ausflug darstellt. Als besonderes Souvenir wirft sich eine Flamingo-Feder quasi vor L's Füße (welche er allerdings selbst aus dem Gehege angeln muss, während ich ihn an den Beinen festhalte).


Der Zoo schließt um fünf - leider, denn wir könnten gut noch eine Weile dort herumwandern... Also verlassen wir die schöne Anlage und fahren auf dem ziemlich vollen Highway zurück Richtung Doyle Ave. Ein kurzer Stop bei Whole Foods muss sein, wir haben P und B versprochen, Abendessen zuzubereiten. Paprika, Basilikum, Brot und Tomaten wandern in unserer Korb, außerdem eine Portion Obstsalat für L zum sofort Verspeisen sowie Kaffee für Uli und mich. Wir pausieren dafür einen Moment lang an einem der Tische hinter den Kassen. Dann eilen wir heim, denn die Zeit wird knapp. Um sieben sollen wir die beiden abholen, vorher möchten wir das Essen fertig haben, und es ist bereits kurz nach sechs. In Windeseile schnibbeln wir Gemüse für eine Reispfanne und einen Tomatensalat, kochen noch schnell Nudeln, weil L die Reispfanne nicht mag und flitzen dann nach Pawtucket, wo wir tatsächlich pünktlich landen. P und B verlassen gerade den Seminarraum und freuen sich, uns zu sehen. Auf dem Heimweg plaudern wir über die Erlebnisse.
Zum Glück ist das Essen fertig, denn alle sind müde und hungrig. Und zum Glück schmeckt es auch obendrein allen.
L ist ausgesprochen friedlich und muss gar keinen Stress verbreiten - das ist auch ein großes Glück! Bald geht er schlafen, aber zuvor bedankt er sich noch ganz rührend für den schönen Tag. Mich gelüstet es jetzt sehr nach einer kühlen Dusche, und dann ist das Blog dran. Und morgen möchte L mit uns zum Angelsee.

Freitag, 7. August 2015

Slightly bad mooded

Donnerstag, 6.8.15
In der Tat hatten wir gestern noch Lust auf leichte Unterhaltung und schauten voller Wonne Monster University. Immer wieder wunderbar! Herrlich auch der Moment, als B und ich uns spätnachts auf dem Weg ins Bad trafen und gackern mussten wie Hanni und Nanni, die heimlich auf Internatsfluren herumschleichen.

An diesem Morgen weckt Uli mich, als er versucht, sich möglichst leise aus dem Zimmer zu schleichen. Kein Problem, denn ich schlafe sofort wieder ein. Um kurz vor acht ist meine Nacht dann endgültig vorbei. Uli erscheint, um sich anzuziehen, er möchte mit L zu Whole Foods gehen, einerseits, weil wir keine Eier mehr haben und anderseits, weil L über Langeweile klagt. Große Lust auf Tee treibt mich hinunter in die Küche. Während der Kessel auf dem Herd auf ausreichende Erhitzung wartet, fange ich an, das Frühstück vorzubereiten. P und B sitzen derweil vor dem Haus in der Sonne. Heute ist es ein ganzes Stück kühler, als in den vergangenen Tagen, und man steht nicht bei der kleinsten Anstrengung sofort im Schweiß. Überaus angenehm!

Bald kehren Uli und L zurück, alle haben Hunger und freuen sich über den fertigen Essenstisch. Uli kocht noch schnell ein paar Eier weich, während L am Tisch sitzend herumquengelt, wann es endlich losgeht... Schließlich ist alles beisammen, und wir freuen uns über viele leckere Dinge, wie z.B. Babyspinat, Blaubeermarmelade und gesalzene Butter. Beim Essen besprechen wir, wie die Tagesplanung aussieht: P, B und L wollen einen geheimen Laden aufsuchen (Geburtstagsvorbereitungen), außerdem haben sie gegen zwei ein date mit Carrie, welche ein Whiteboard für den bevorstehenden Kurs vorbei bringen wird. Wir verabreden uns zum gemeinsamen Lunch um viertel nach eins bei "unserem" Asiaten in der Hope Street. Eine ganze Zeit dauert es noch, bis die drei den Absprung schaffen, L hat mehrere Wutanfälle, weil er nicht auf P hören will - aber gegen halb zwölf ist es soweit, die Familie verlässt das Haus, und es kehrt Stille ein.
In aller Ruhe surfe ich noch eine Weile im Internet, danach suche ich das Badezimmer auf, nehme eine kurze Dusche und erfreue mich erneut an dem tollen Lavendel-Deoroller. Was für ein guter Kauf!

Ganz entspannt machen Uli und ich uns dann auf den Weg. Wir wandern die Hope Street hinunter und erreichen überpünktlich das kleine Lokal. Vor der Tür warten wollen wir nicht, dazu ist es doch zu warm, also suchen wir schon mal einen Tisch aus und studieren die umfangreiche Speisekarte. Eiswasser wird gebracht und Jasmintee - und wir warten geduldig auf unserer Freunde.


Diese erscheinen um zwanzig nach eins gut gelaunt. Schnell sind unsere Essensbestellungen aufgegeben, und fast ebenso schnell werden die gewählten Speisen serviert. L ist trotzdem reichlich ungeduldig und nörgelt ein bisschen herum. Das können meine Nerven heute nicht so gut ab, ich muss versuchen, weg zu hören. P tut mir Leid, er bekommt die volle Breitseite, wilde Beschimpfungen inklusive. Kein leichtes Los!

Fast pünktlich verlassen wir den Laden und fahren nach Pawtucket, wo sich das Yoga-Studio befindet, in welchem der Kurs morgen starten soll. Interessant ist das Gebäude: es handelt sich um eine der vielen Baumwoll-Mühlen bzw Webereien, über die Providence zur Zeit der Industrialisierung verfügte. Heute befinden sich hier diverse Projekte, zum Teil recht alternativ anmutend. B schließt das Studio auf, ein großer Raum mit hoher Decke und einem Holzfußboden, der sicherlich noch aus der Fabrik-Ära stammt. Carrie erscheint auch bald und begrüßt uns fröhlich. Das Whiteboard muss zusammen gebaut werden, worum Uli und P sich gleich kümmern, während L den riesigen Raum zum Herumtoben nutzt.


P holt zwei Hula Hoop-Reifen, an denen wir uns alle versuchen. P kann es am besten, L übt intensiv und ist schließlich erfolgreich, B hat den Trick auch bald raus, nur Uli und ich versagen kläglich. Jede Menge Spaß haben wir trotzdem alle.


Das Board steht, und wir bekommen Lust auf Kaffee. Irgendwo in den Hallen gibt es ein Café, aber wir finden es trotz Nachfrage nicht. Was wir allerdings entdecken ist eine Rösterei, in der es köstlich duftet.


Hier bekommen wir Cappuccino und Espresso sowie Platz auf einer Sitzgruppe, wo wir uns für eine Weile niederlassen. Der Dialog mit Carrie ist interessant und offen. Mir gefällt die Zugewandtheit, welche so viele Menschen hier ausstrahlen!

Um fünf will Julie wieder mit L spielen, deswegen drängt B bald zum Aufbruch. Ich möchte noch weitere Postkarten versenden, benötige aber selbige plus Briefmarken, also fahren Uli und ich in die Thayer Street. Auf dem Fußweg erblicken wir einen Mann mit einem auffällig dicken Schal, der bei genauerer Betrachtung eine große Schlange ist. Wow, das Tierchen hätte ich gerne aus unmittelbarer Nähe begutachtet, aber der Mann ist bereits um die nächste Ecke verschwunden.
Das Postamt hat noch genau fünf Minuten geöffnet, nichts wie hinein. Eine freundliche ältere Dame empfängt uns, im Hintergrund läuft ein Song von Bob Marley... schon irre, was hier alles so möglich ist.
Gegenüber ist ein Kunstgewerbe-Laden, der auch Postkarten führt, so sind wir innerhalb kurzer Zeit fertig und fahren weiter zu Staples, da P um die Besorgung von Stiften fürs Whiteboard gebeten hat. Im Eingangsbereich finden wir eine Packung, die wir direkt erstehen.
Dann geht's weiter zu Whole Foods, da B für den Salat zum Abendessen noch Thunfisch und Mais benötigt. Das Brot ist schon wieder alle - kein Wunder bei fünf Essern mit gesundem Appetit. Gekühltes Kokoswasser muss auch mit, darauf habe ich jetzt riesige Lust. Vor dem Geschäft setze ich mich an einen der Tische und schreibe acht Postkarten, während Uli vom benachbarten McDonalds ein Eis mit Schokosauce holt. Als er nach einer Weile wieder kommt, berichtet er von der Beobachtung eines Mannes, welcher intensiv die Straße anschrie. Das ist die Kehrseite: es gibt auch jede Menge Verrückte hier.
Der Versuch, Tabak zu kaufen, scheitert, also müssen Zigaretten her, das Päckchen für über acht Dollar. Wahnsinn! Wir fahren zurück in die Doyle Ave, dort schreibe ich noch die restlichen Postkarten und lausche voller Unwillen dem herumpunkenden L. Heute gehen mir seine Respektlosigkeiten gegenüber P wirklich extrem gegen den Strich und verhageln meine Laune.

Zum Abendessen gibt es Suppe, Salat und Brot, danach räumen wir noch schnell die Küche auf, L wird ins Bett verfrachtet, und dann brechen P und B zu ihren Abendrunde auf. Uli leidet seit ein paar Stunden unter einem seltsamen Ausschlag an den Armen und googelt, worum es sich dabei handeln könnte. Ich widme mich meinem Blog, während meine Knie erneut Wickel mit essigsaurer Tonerde erhalten. Wenn sich dort doch endlich eine gravierende Besserung einstellen würde...
Als B und P zurück kommen, sitzen wir immer noch im Wohnzimmer. Ungewohnt, denn sonst sind wir um diese Zeit schon längst in unserem Zimmer verschwunden - was allerdings auch gleich stattfinden wird, ich bin nämlich sehr müde.

Donnerstag, 6. August 2015

Home alone... at least a little bit

Mittwoch, 5.8.15
Wieder schrecke ich aus dem Tiefschlaf hoch, diese Mal, weil L lauthals im Flur herumschreit...wenn ein Tag so beginnt, hält meine Laune sich in starken Grenzen! Da hilft nur eins: Ohren zuhalten und weiter schlafen. Gegen halb neun bin ich endgültig wach, wieder durch Gebrüll von L. Die drei sind im Aufbruch zu einem Tagestrip, ein Freund von Susan hat angeboten, L zum Angeln mitzunehmen. Uli und ich hätten mit gekonnt, wollten aber lieber hier bleiben. Ein ruhiger Tag steht uns bevor, wir gehen alles ganz entspannt an.


Mit Spiegelei und Toast frühstücken wir gemütlich in der Küche und planen unser weiteres Vorgehen. Eine Maschine Wäsche müssen wir aufsetzen, und ein paar Lebensmittel einkaufen ist auch angesagt. Wir haben Lust, für alle Abendessen zu kochen und überlegen, was wohl gut wäre... Eine bunte Gemüsesuppe soll es werden, gesund und leicht.
Uli geht ausgiebig duschen, ich beantworte eine eMail von Till und chatte einen Moment mit Jorin, der von seinem Aufenthalt in Spanien zurück ist. Dann begebe ich mich ins Bad und genieße eine erfrischende Dusche. Mein neuer Deo-Roller wird eingeweiht, er duftet wunderbar - ich freue mich.
Gegen Mittag brechen wir auf Richtung Whole Foods, drei Blocks den Hügel hinunter. Von der Entfernung her eigentlich ein Witz, aber reichlich anstrengend wegen der Wärme! Die angenehme Klimatisierung des Ladens lässt uns freudig aufseufzen. Aus dem bunten Sortiment von Gemüse wählen wir einen gelben Blumenkohl (sieht toll aus, noch nie zuvor gesehen - und daneben liegt lila Blumenkohl, irre!), etwas Bok Choy und Möhren, ferner eine Dose Mais und eine Dose Bohnen. Als Grundlage für die Suppe entscheiden wir uns für Hühnerbrühe. Außerdem benötigen wir Espresso-Pulver und Sojamilch für P. Dazu kommen zwei Brote, ein Stück Ziegenkäse, zwei Gläser Marmelade und ein Liter Kokoswasser. Kostenpunkt: über 60 Dollar. Oh, ich freue mich auf die günstigsten Preise in Deutschland!
Eine kleine Pause tut Not. Ich entdecke einen Kaffee-Stand, dort hole ich uns Cappuccino sowie einen Iced Peanutbutter-Mocha - lecker und sehr erfrischend. Vorm Geschäft stehen Tische, wo wir uns für eine Weile niederlassen.


Die Sonne brennt unbarmherzig auf meine nackten Beine, lange kann ich das nicht aushalten! Beladen mit drei Tüten kämpfen wir uns den Hügel wieder hinauf, was natürlich noch anstrengender ist, als der Hinweg... Immerhin sehen wir so die hübschen Häuser der Nachbarschaft mal ganz aus der Nähe.


Durchgeschwitzt erreichen wir unser Domizil und freuen uns über das kühle (weil klimatisierte) Wohnzimmer. Die Wäsche ist fertig und wird fix im warmen Wind aufgehängt. Dann beginnen wir mit der Zubereitung der Suppe. Es gibt viel Gemüse zu schnibbeln, was Uli gerne übernimmt. Ich kümmere mich um das Kochen und Abschmecken. Gewürze sind leider keine vorhanden, nur Salz und Pfeffer - letzteren schätzt B allerdings gar nicht. Also hoffe ich, dass die Suppe durch die unterschiedlichen Gemüse ausreichend Geschmack erhält. Nach einer knappen Stunde haben wir einen großen Topf voll köstlicher Gemüsesuppe zubereitet und sind gespannt, ob sie unseren Freunden auch schmecken wird.

Für meine geschwollenen Knie mache ich mir kühlende Auflagen mit essigsaurer Tonerde und installiere mich in den Stressless-Sessel. Kurze Zeit später erscheinen die drei Angelfreunde in der Tür. L berichtet aufgeregt von seinen Erlebnissen und drängt darauf, mit uns auch nochmal dort hin zu fahren. Schaun wir mal... B startet auch eine Maschine Wäsche; unsere ist bereits trocken und landet duftig-sauber im Schrank. Eine bleierne Müdigkeit packt mich plötzlich, also lege ich mich ein wenig hin und schließe für ein paar Minuten die Augen. Schlafen möchte ich nicht, sonst bin ich nachher zu lange munter.
Als ich wieder nach unten komme, ist P gerade dabei, Uli zu behandeln. Das freut mich! B und L sind im Keller und leeren die Waschmaschine. Währenddessen erzählt L erneut fasziniert von seinen Erlebnissen am Angelsee. Wir überlegen, was wir in den kommenden Tagen unternehmen wollen, da seine Eltern von Freitag bis Montag arbeiten und Uli und ich uns um L kümmern werden. Der Zoo von Providence steht zur Auswahl, das Kindermuseum erscheint interessant, eventuell kommt auch eine Hafenrundfahrt in Frage. Aber erste Wahl ist und bleibt der Angelsee!

Es ist kurz nach sieben: Zeit zum Abendessen. Schnell ist die Suppe erwärmt, nebenbei schneide ich ein Baguette in Scheiben, und dann heißt es: "zu Tisch". Allen schmeckt die Suppe hervorragend, das freut mich natürlich sehr. Nach dem Essen räumen wir zusammen auf, B schwingt noch eine Runde den Staubsauger, was auch dringend notwendig ist... Krümel und Sand überall. Die Sonne senkt sich, am Himmel färben sich die Wölkchen rosa.


L geht duschen und dann ins Bett, Ruhe kehrt ein. Alle widmen sich ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, es herrscht ein angenehmes, friedliches, unaufdringliches Nebeneinander. Bestimmt gehen Uli und ich bald ins Bett, eventuell schauen wir noch einen Film. Das werde ich morgen berichten.

Mittwoch, 5. August 2015

Back in the mall - again...

Dienstag, 4.8.15
Im Morgengrauen werde ich von einem lauten Knall wach und sitze aufrecht im Bett: es gießt wie verrückt, rosa Blitze rasen quer über einen quittegelben Himmel und Donner rumpelt, als wolle die Welt untergehen! In Windeseile schließe ich die Fenster, damit es nicht hinein regnet. Ein bisschen Angst habe ich, dass einer der Blitze in unser hölzernes Häuschen einschlägt und beginne zu überlegen, was ich in diesem Fall als erstes retten muss. Die Matratze neben mir ist leer, das Wichtigste wäre also bereits in Sicherheit. Eine Zeit lang lausche ich dem Toben der Naturgewalten, bis der Donner nachlässt und die Blitze weniger werden. Das Gewitter zieht weiter, und ich schlafe wieder ein.

Es ist schon viertel nach neun, als ich wieder erwache. Nun fühle ich mich auch fit für den neuen Tag und klettere die Treppe hinunter, wo mein Mann mit L sitzt. Erstmal Tee, dann alles andere! Bald erscheinen P und B auf der Bildfläche, sie hatten das Gewitter auch als durchaus bedrohlich wahrgenommen, während sich mein Schatz unbeeindruckt zeigt und L uns nur fragend anschaut. Welches Gewitter!? Ach, gesegneter Schlaf der Kinder.
Für eine Weile begebe ich mich zurück auf mein Nachtlager und lese, bis der Duft von Rührei durchs Haus zieht und Uli mich zum Frühstück bittet. Aber gerne doch, Appetit ist reichlich vorhanden. Beim Essen berichten die drei von weiteren New York-Erlebnissen. Wir sitzen lange zusammen und plaudern, nebenbei planen wir auch noch die kommenden Tage. B möchte nochmal in die mall, Jeans kaufen, und zu TJMaxx. Ich habe von Till eine eMail mit der Bitte um ein weiteres Paar Schuhe erhalten, insofern schließe ich mich B an. Uli plant, einen Laden aufzusuchen, in welchen ich nicht mit soll... Geburtstagsvorbereitungen.
Um eins möchte B aufbrechen, gegen viertel vor zwei starten wir. Erste Station: Uli's Laden. Er lässt sich an einer Straßenecke absetzen und teilt uns mit, er werde zu Fuß zurück in die Doyle Ave gehen. Wir verabschieden uns und fahren weiter.
Nächste Station: Providence Place, die mall. Es ist ziemlich voll im Parkhaus, und wir müssen erstmal ein bisschen suchen, bis wir die Karre los sind. Schnurstracks geht's ins Schuhgeschäft. Die Nikes, welche Till sich wünscht, sind in seiner Größe leider nicht mehr vorhanden. Ich versuche es noch in ein paar anderen Geschäften -> Fehlanzeige. Schade, sehr gerne hätte ich seinen Wunsch erfüllt.

Also dann Jeans. Ich zeige B den Laden, in dem es die Marke gibt, welche sie favorisiert. Schon beim Betreten stürzt eine ambitionierte Verkäuferin auf uns zu und preist vollmundig die tolle Ware an. B äußert ihre Wünsche, erhält mehrere Exemplare und wird in eine geräumige Umkleidekabine geführt. Begeistert erscheint sie nach kurzer Zeit wieder in der Tür: die ausgewählten Jeans passen wie angegossen, B ist überglücklich - auch für sie ist der Hosenkauf bisher zu häufig mit Hindernissen verbunden gewesen. Die fleißige Verkäuferin bringt weitere Modelle und lobt nach jeder Anprobe, wie überaus gut B darin aussieht. Weitere Verkäuferinnen erscheinen, auch sie finden, die Hosen stünden B grandios, besonders die Modelle für über 150 Dollar... Zufall!? Man weiß es nicht.


Viele Jeans-Anproben und zwei Stunden später steht die Entscheidung fest: drei Hosen dürfen mit. Als Bonus darf B sich einen Schal aussuchen, allerdings besteht die Auswahl aus sage und schreibe vier Modellen. Nun ja, hier handelt es sich um den klassischen geschenkten Gaul. Über 300 Dollar kosten die Jeans - ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was man in Deutschland dafür hinblättern müsste.

Ich melde dringenden Hunger an, es ist nämlich bereits nach fünf. Eigentlich wollten wir den food court wegen Mangel an gesundem Essen meiden, aber das lässt meine Laune keinesfalls zu! B entscheidet sich für thailändisches Hühnchen in sehr süßer Soße, mich lockt ein großes vegetarisches Sandwich von Subway mit extra Avocado. Wir finden einen gemütlichen Platz und widmen uns der Nahrungsaufnahme. Das war jetzt auch höchste Zeit.


Gesättigt besuchen wir noch Macy's, wo es die Jeans-Marke auch geben soll. Eine Nachfrage ergibt, dass die Marke vor kurzem aus dem Programm genommen wurde.
Gegenüber findet sich ein Schuhladen, der mir bisher nicht aufgefallen war. Beim Betreten jault der Alarm los. Ein Blick in B's Tüte ergibt, dass eine Jeans nicht entsichert wurde. Interessant! Also fix zurück. Die so unglaublich engagierten Verkäuferinnen erkennen uns nicht wieder, obwohl es gerade mal 30 Minuten her ist, dass wir das Geschäft verließen. Auch interessant ist, dass dort kein Alarm ertönt - sind die Sicherungen an der Kleidung nur Dekoration? Die Hose wird entsichert; B merkt an, dass sie extrem genervt gewesen wäre, hätte sie diesen Umstand erst Zuhause entdeckt.


Mich gelüstet es nach Cappuccino. B lädt mich dazu ein, als Dankeschön für meine Geduld. Das heiße Getränk schmeckt köstlich!
Wir schlendern zurück zum Auto, und bereits im Parkhaus werden wir daran erinnert, dass klimatisierte Innenräume mit den Temperaturen der Außenwelt rein gar nichts zu tun haben.

Auf geht's nach Cranston, TJMaxx steht auf dem Plan. Ich bin von der Sicherheit, mit der ich den Weg bewältige, selbst so stark beeindruckt, dass ich von B tosenden Applaus erbitte. Gerne kommt sie meinem Wunsch nach.
Knappe 10 Minuten dauert die Fahrt, dann erreichen wir die mall, welche TJMaxx beherbergt - allerdings kein Vergleich zu jener, die wir gerade verließen. Sie passt zur Gegend: reichlich heruntergekommen. Egal. Die günstigen Angebote locken uns, und wir betreten den (zum Glück klimatisierten) Laden. B sieht sich nach Schmuck um, ich streune wahllos durch die Gänge und finde einen Lavendel-Deoroller, ein kleines Sieb für B, Boxershorts für Tom und ein Oberteil für mich. Der Versuch, für unsere Männer T-Shirts zu erstehen, scheitert an brauchbaren Modellen.

Die Uhrzeit ist bereits fortgeschritten, P hatte angekündigt, er werde zu um halb acht Abendessen vorbereiten und erbitte unsere pünktliche Rückkehr. Es ist schon nach sieben, aber B möchte dennoch schnell den benachbarten Supermarkt aufsuchen, um Brot, Butter und Ziegenkäse zu erstehen. Wir brauchen eine Weile, bis wir alles gefunden haben, den Rückweg bewältige ich zwar fehlerfrei, aber trotzdem nicht im Flug, und so erreichen wir die Doyle Ave erst gegen acht. P, Uli und L sind mit dem Essen bereits fertig, P merkt an, er hätte eine Nachricht gut gefunden... Dennoch schauen die drei sich interessiert unsere Einkäufe an, bevor sie uns mit Nudeln und Tomatensauce bewirten.
Beim Essen merke ich, wie hungrig ich war, und freue mich über die leckere Soße, wenn auch leider nur noch ein winziges Restchen übrig ist. Auf L's Teller befindet sich noch jede Menge davon, er hatte sich wohl üppig aufgefüllt und dann doch nicht gegessen - schade drum.
Ich wasche ab und räume die Küche auf, dann ziehe ich mich zurück, um mein Blog zu schreiben, während Uli sich auf den Weg zum Observatorium macht: es ist heute ab 21 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Aber schon kurze Zeit später kehrt er zurück und berichtet, es sei niemand erschienen. Womöglich liegt es daran, dass Wolken aufgezogen waren... die Führung findet nur bei guter Sicht statt.
B und P möchten noch los - kein Problem! Mir bläst die Klimaanlage kühle Luft um meine schmerzenden Knie, während ich die letzten Zeilen dieses Eintrags verfasse und mich schon darauf freue, gleich mit meinem geliebten Mann schlafen zu gehen.