Mehrfach wurde ich letzte Nacht wach und grübelte über das Leben im Allgemeinen und Speziellen nach. Entsprechend mürbe fühle ich mich, als ich um kurz nach acht aufstehe. Uli's Ausschlag hat sich massiv ausgebreitet... was das wohl ist?! Langsam fange ich an, mir Sorgen zu machen. Er winkt allerdings ab. Es juckt nicht, es tut nicht weh, also kann es nicht so schlimm sein. Nun gut, wir werden das im Auge behalten.
Geschäftiges Treiben: P und L sind bereits voll im Gang, sie packen die Sachen zusammen, welche für den heutigen Kursbeginn benötigt werden. Bald erscheint auch B, und die Frühstücksvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Gemütlich genießen wir diese Mahlzeit, bevor Unruhe erneut um sich greift. L möchte wissen, was wir heute unternehmen wollen, wir einigen uns auf den Besuch des hiesigen Zoos. Aber erst müssen seine Eltern zu ihrer Arbeit gebracht werden. Einigermaßen pünktlich brechen wir auf, und nach einem kurzen Zwischenstopp bei Staples, wo weitere Stifte erstanden werden, fahren wir die beiden mitsamt zweier Behandlungsliegen zu ihrem Seminarraum im Artist Village Pawtucket. Vor der Tür warten bereits die Kursteilnehmer, welche uns fröhlich begrüßen. Eine lustige Truppe scheint sich dort eingefunden zu haben - bestimmt wird dieser Kurs recht angenehm.
Uli baut noch schnell die Liegen auf, während L die neuen Stifte am Whiteboard ausprobiert, dann wünschen wir allen viel Spaß und verabschieden uns.
Bevor wir den Zoo ansteuern, wollen wir Lunch essen, denn es ist bereits nach zwölf. Ganz in der Nähe befindet sich Maria's Breakfast and Lunch, warum nicht dort einkehren, es gefiel uns ja beim letzten Mal ziemlich gut. L ist skeptisch, wird aber von uns überstimmt. Ziemlich laut empfängt uns das Lokal, was einen gewissen Stressfaktor beinhaltet. Dennoch bestellen wir drei Hamburger mit Pommes. Als die Teller gebracht werden, bin ich doch etwas enttäuscht: Hamburger ohne alles, nur Brötchen und Hacksteak, kein Salatblatt, keine Zwiebeln, keine Tomaten... nix. Naja, wieder um eine Erfahrung reicher! Das Essen schmeckt so lala, sättigt aber wenigstens ausreichend. Erleichtert entrinnen wir der enormen Geräuschkulisse und klettern in unserer Auto.
Next Stop Providence Zoo. Routen-Uschi führt uns quer durch die Stadt und direkt auf den Parkplatz, wo sich sofort ein Plätzchen findet. Mit Wasserflaschen und Sonnenhüten ausgestattet begeben wir uns zum Eingang und berappen runde 40 Dollar Eintritt. Einen ersten Überblick erhalten wir auf einer großen Karte der Anlage. Es gibt einen Rundgang, dem wir folgen. L hat klare Vorstellungen, welche Tiere unbedingt besucht werden müssen und drängt darauf, möglichst schnell dorthin zu gelangen. Besonders scharf ist er auf die Schlangen, die Wölfe, die Elefanten und den Bereich mit den Ziegen, welche man streicheln darf.
Verweilen möchte er nirgendwo länger, egal, an welchem Gehege wir stehen bleiben, er drängt nach kürzester Zeit darauf, doch endlich weiter zu gehen.
Uli fühlt sich sichtbar unwohl, die allergische Reaktion macht seinem Körper offenbar stärker zu schaffen, als er zugeben möchte. Auch ich bin belastet, denn seit dem Lunch schmerzt mein Bauch ziemlich heftig. Haben die fettigen Pommes meine Gallensteine gereizt? Wir schleppen uns mühsam hinter L her, der energiegeladen von Gehege zu Gehege stürzt. Wie gerne würden wir uns irgendwo im Schatten eine Weile niederlassen... daran ist nicht zu denken! Der Zoo bietet jedoch viele schöne Eindrücke, da er mit großer Liebe angelegt wurde und sehr interessante Tiere beherbergt.
Was mir allerdings aufstößt sind die vielen Souvenir- und Süßigkeiten-Shops, welche einen dauernden Reiz ausüben. Wir erklären L klipp und klar, dass wir keinerlei Zeugs erwerben werden. Und da er uns gut genug kennt, weiß er, dass Quengeln keinen Erfolg verspricht. Aber wir staunen darüber, wie viele Kinder von ihren Eltern mit diversen Naschereien und Spielzeug ausgestattet werden. Die Geldbeutel scheinen insgesamt gut gefüllt zu sein und sehr locker zu sitzen. Auffällig auch der hohe Anteil an übergewichtigen Kindern mit dicken Eistüten und Coladosen, oft in Karren sitzend, obwohl schon deutlich über fünf Jahre alt. Seltsam und irgendwie traurig, wie gering das Bewusstsein für die Schädlichkeit von zuviel Zucker immer noch zu sein scheint.
Ein Ritt auf einem Kamel reizt unseren jungen Freund, diesen spendieren wir ihm gerne.Auch eine Münze darf er sich prägen, die eine kleine Erinnerung an diesen Ausflug darstellt. Als besonderes Souvenir wirft sich eine Flamingo-Feder quasi vor L's Füße (welche er allerdings selbst aus dem Gehege angeln muss, während ich ihn an den Beinen festhalte).
Der Zoo schließt um fünf - leider, denn wir könnten gut noch eine Weile dort herumwandern... Also verlassen wir die schöne Anlage und fahren auf dem ziemlich vollen Highway zurück Richtung Doyle Ave. Ein kurzer Stop bei Whole Foods muss sein, wir haben P und B versprochen, Abendessen zuzubereiten. Paprika, Basilikum, Brot und Tomaten wandern in unserer Korb, außerdem eine Portion Obstsalat für L zum sofort Verspeisen sowie Kaffee für Uli und mich. Wir pausieren dafür einen Moment lang an einem der Tische hinter den Kassen. Dann eilen wir heim, denn die Zeit wird knapp. Um sieben sollen wir die beiden abholen, vorher möchten wir das Essen fertig haben, und es ist bereits kurz nach sechs. In Windeseile schnibbeln wir Gemüse für eine Reispfanne und einen Tomatensalat, kochen noch schnell Nudeln, weil L die Reispfanne nicht mag und flitzen dann nach Pawtucket, wo wir tatsächlich pünktlich landen. P und B verlassen gerade den Seminarraum und freuen sich, uns zu sehen. Auf dem Heimweg plaudern wir über die Erlebnisse.
Zum Glück ist das Essen fertig, denn alle sind müde und hungrig. Und zum Glück schmeckt es auch obendrein allen.
L ist ausgesprochen friedlich und muss gar keinen Stress verbreiten - das ist auch ein großes Glück! Bald geht er schlafen, aber zuvor bedankt er sich noch ganz rührend für den schönen Tag. Mich gelüstet es jetzt sehr nach einer kühlen Dusche, und dann ist das Blog dran. Und morgen möchte L mit uns zum Angelsee.
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