Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Sonntag, 9. August 2015

Boys just wanna have fun, too

Samstag, 8.8.15
Früh (viel zu früh!) werde ich wach und beschließe, lieber noch ein bisschen weiter zu schlummern. Wilde Träume beuteln mich, und als ich gegen viertel vor neun aufstehe, habe ich das Gefühl, nun doch ein wenig zu lange geschlafen zu haben... Wie es meinem Liebsten wohl geht?! Hoffentlich hat sich seine Haut beruhigt. Kaum denke ich an ihn, schon kommt er mir lächelnd entgegen. Besser geht es ihm nicht, aber davon lässt er sich nicht beeindrucken. Das schmälert meine Sorgen nicht gerade. P bietet ihm seine homöopathische Hausapotheke an, eventuell enthält sie ein passendes Mittel. Uli informiert sich online und findet Apis heraus, wovon er auch gleich ein paar Kügelchen einnimmt. Ob es hilft, wird sich zeigen müssen.

Letzte Nacht ist im Bad eine Fliese von der Wand gefallen und hat uns in Erstaunen versetzt, weil niemand es mitbekommen hat. B fand sie in der Badewanne liegend - ein unschönes Loch prangt nun dort, wo vorher die Seifenablage war. Unangenehm, aber nicht zu ändern, das bringen alte Häuser leider so mit sich. Zum Glück hinterließ Susan verschiedene Telefonnummern für solche Fälle. Der Putzmann will heute sowieso kommen, ihn können wir auch fragen. Jetzt ist allerdings erst mal Frühstück angesagt, denn der Kurs startet um elf. L ist schon aufgeregt und kann es kaum erwarten, an den Angelsee zu fahren. Gemach! Erstmal zuende essen, danach packen, seine Eltern zur Arbeit bringen, und dann erst geht's los. Oh, das strapaziert seine Geduld reichlich. Wir sind gerade vom Tisch aufgestanden, da erscheint auch schon Mike, der Putzmann. Freundlich begrüßt er uns und startet sofort mit dem Geschirr, wir sollen uns darum nicht kümmern. Also bemühen wir uns lieber darum, nichts zu vergessen. Ich creme L und mich mit Sonnenschutz LSF 50 ein, während Uli das Auto belädt. P wird unruhig, er möchte aufbrechen, aber B braucht noch eine Weile... Schließlich ist sie fertig, und wir können los.
Die Strecke ist inzwischen bekannt und schnell bewältigt. Wir verabschieden die Beiden und machen uns auf den Weg zum Pulaski State Park. Eine knappe Stunde Fahrt liegt vor uns. Uli und ich halten bei einem Dunkin Donuts, um Cappuccino zu kaufen. Die acht Minuten, die dies dauert, werden L sehr lang. Immer wieder drängt er zum Weiterfahren, bis ich ihn ermahne, nicht nur an sich zu denken. Dies dämpft seinen Übereifer ein bisschen.

Herrlich ländlich wird die Umgebung, man fühlt sich um Jahrhunderte zurück versetzt. Die Häuser sehen teilweise so alt aus, dass man sich fragt, wie die Bewohner die harten Winter darin überstehen können. Ein Schild warnt vor kreuzenden Pferdekutschen. Wir sehen diverse Oldtimer, Trecker, Lastwagen wie aus "Unsere kleine Farm". Idyllisch, aber bestimmt nicht leicht, so zu leben. Bald haben wir den Park erreicht. Eine gewundene Straße führt uns an den kleinen See, auf den L sich seit Tagen gefreut hat. Es gibt ausreichend Parkplätze, jede Menge Picknick-Tische mit Grillstellen, Toiletten, Umkleidekabinen und mehrere junge Männer, die sich um die Freizeit-Anlage kümmern. Alles ist gepflegt und sehr sauber. Eine winziger Badestrand liegt vor uns, bewacht von zwei Life Guards. Einige Familien sind anwesend und toben fröhlich im Wasser herum.


Angeln ist im Badebereich natürlich nicht erlaubt, man muss ein bisschen weiter am Ufer entlang gehen. L hat bereits einen Platz ausgewählt: auf einer kleinen Holzbrücke vermutet er die besten Chancen. Schnell hat er seine drei Angeln ausgepackt, mit Brotklumpen bestückt (die Würmer waren leider vertrocknet) und wirft eifrig die Köder aus. Und tatsächlich zappelt schon bald der erste Fisch am Haken, kann sich aber losreißen, bevor L ihn hochziehen kann. Das spornt ihn umso mehr an, und auch mein Schatz hat jetzt Blut geleckt. Während die Beiden ihren archaischen Trieben folgen, fläze ich mich im Badeanzug auf den mitgebrachten Campingstuhl und verfasse eine eMail an Julian, der mir gestern ausführlich geschrieben hatte. Immer wieder fliegen die mit Brot bestückten Haken ins Wasser, gefolgt von dem enttäuschten Ausruf, irgend so ein gieriges Biest habe das Brot gefressen, aber nicht angebissen. Endlich zieht L einen Fisch an Land, ich muss sofort angerannt kommen und das verängstigte Tier fotografieren, bevor Uli es wieder ins Wasser setzt.



Zum Glück möchte L die Tiere nicht mitnehmen, so erhielten sie zwar eine Verletzung, dürfen aber wenigstens weiterleben. Bald sind die Köder alle, L versucht, ohne Köder zu angeln, während Uli nach Würmern sucht und einen Glashüpfer findet, der sein Leben am Haken von Uli's Angel lassen muss. Ich schaue lieber nicht so genau zu. Kurze Zeit später baumelt der nächste Fisch am Haken: ein Zackenbarsch hatte Appetit auf Glashüpfer und verschluckte dabei leider den ganzen Haken! Uli bekommt das Tier nicht frei und arbeitet ernsthaft daran, ihn möglichst unverletzt zu lassen. Erst mit Hilfe einer Zange gelingt es ihm, den Fisch zu befreien und wieder schwimmen zu lassen.


Mir wird es langsam zu viel mit der Sonne, meine Schultern sind bereits gerötet. Außerdem habe ich Hunger, was kein Wunder ist: die Uhr zeigt halb vier. L will noch nicht los, ist aber auch hungrig. Uli packt zusammen und motiviert L zum Aufbruch.

Aufgrund des Hungers droht die Laune zu kippen...also schnell in den nächsten Ort, wo es eine Pizzeria gibt. Die Wahl fällt leicht, das Warten auf's Essen weniger. Als L seine Salami-Pizza erhält, meckert er erst über die Größe, schafft es dann aber nicht, sie aufzuessen.



Pappsatt verlassen wir das Lokal und fahren gemütlich zurück nach Pawtucket. Auf dem Weg halten wir kurz bei TJMaxx, weil ich noch zwei weitere Lavendel-Deoroller haben möchte. Außerdem finde ich ein neues Etui für meine Sonnenbrille - das alte war nicht nur schmuddelig, sondern auch verbeult. Dann muss noch Cappuccino her. Quasi alle drei Kilometer findet sich ein Dunkin Donuts, beim nächsten holt Uli uns Getränke. Weiter geht's Richtung Artiste Village. Wir sind ein bisschen zu früh dort und schlendern eine Weile durch die Hallen, bis P und B fertig sind. Zurück in der Doyle Ave checke ich meine eMails und bin erschrocken über ein Schreiben von Till, der davon berichtet, dass Tom beim Graffiti-Sprayen von der Polizei aufgegriffen wurde. Dafür erhält er eine Anzeige - nicht die erste! Dies bringt mich innerlich so sehr in Sorge, dass mir sofort schlecht wird und ich weinen muss. Tom verbaut sind dadurch so viel, wenn er das doch nur begreifen würde...
P ruft zum Abendessen, aber ich bekomme keinen Bissen hinunter. Wir diskutieren den Vorfall, finden jedoch keine Lösung. Frustriert ziehe ich mich zurück auf meine Matratze und schreibe. Mein Herz ist schwer und schmerzt. Die Sorge um mein Kind lähmt mich bis ins Mark!

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