Mittwoch, 5.8.15
Wieder schrecke ich aus dem Tiefschlaf hoch, diese Mal, weil L lauthals im Flur herumschreit...wenn ein Tag so beginnt, hält meine Laune sich in starken Grenzen! Da hilft nur eins: Ohren zuhalten und weiter schlafen. Gegen halb neun bin ich endgültig wach, wieder durch Gebrüll von L. Die drei sind im Aufbruch zu einem Tagestrip, ein Freund von Susan hat angeboten, L zum Angeln mitzunehmen. Uli und ich hätten mit gekonnt, wollten aber lieber hier bleiben. Ein ruhiger Tag steht uns bevor, wir gehen alles ganz entspannt an.
Mit Spiegelei und Toast frühstücken wir gemütlich in der Küche und planen unser weiteres Vorgehen. Eine Maschine Wäsche müssen wir aufsetzen, und ein paar Lebensmittel einkaufen ist auch angesagt. Wir haben Lust, für alle Abendessen zu kochen und überlegen, was wohl gut wäre... Eine bunte Gemüsesuppe soll es werden, gesund und leicht.
Uli geht ausgiebig duschen, ich beantworte eine eMail von Till und chatte einen Moment mit Jorin, der von seinem Aufenthalt in Spanien zurück ist. Dann begebe ich mich ins Bad und genieße eine erfrischende Dusche. Mein neuer Deo-Roller wird eingeweiht, er duftet wunderbar - ich freue mich.
Gegen Mittag brechen wir auf Richtung Whole Foods, drei Blocks den Hügel hinunter. Von der Entfernung her eigentlich ein Witz, aber reichlich anstrengend wegen der Wärme! Die angenehme Klimatisierung des Ladens lässt uns freudig aufseufzen. Aus dem bunten Sortiment von Gemüse wählen wir einen gelben Blumenkohl (sieht toll aus, noch nie zuvor gesehen - und daneben liegt lila Blumenkohl, irre!), etwas Bok Choy und Möhren, ferner eine Dose Mais und eine Dose Bohnen. Als Grundlage für die Suppe entscheiden wir uns für Hühnerbrühe. Außerdem benötigen wir Espresso-Pulver und Sojamilch für P. Dazu kommen zwei Brote, ein Stück Ziegenkäse, zwei Gläser Marmelade und ein Liter Kokoswasser. Kostenpunkt: über 60 Dollar. Oh, ich freue mich auf die günstigsten Preise in Deutschland!
Eine kleine Pause tut Not. Ich entdecke einen Kaffee-Stand, dort hole ich uns Cappuccino sowie einen Iced Peanutbutter-Mocha - lecker und sehr erfrischend. Vorm Geschäft stehen Tische, wo wir uns für eine Weile niederlassen.
Die Sonne brennt unbarmherzig auf meine nackten Beine, lange kann ich das nicht aushalten! Beladen mit drei Tüten kämpfen wir uns den Hügel wieder hinauf, was natürlich noch anstrengender ist, als der Hinweg... Immerhin sehen wir so die hübschen Häuser der Nachbarschaft mal ganz aus der Nähe.
Durchgeschwitzt erreichen wir unser Domizil und freuen uns über das kühle (weil klimatisierte) Wohnzimmer. Die Wäsche ist fertig und wird fix im warmen Wind aufgehängt. Dann beginnen wir mit der Zubereitung der Suppe. Es gibt viel Gemüse zu schnibbeln, was Uli gerne übernimmt. Ich kümmere mich um das Kochen und Abschmecken. Gewürze sind leider keine vorhanden, nur Salz und Pfeffer - letzteren schätzt B allerdings gar nicht. Also hoffe ich, dass die Suppe durch die unterschiedlichen Gemüse ausreichend Geschmack erhält. Nach einer knappen Stunde haben wir einen großen Topf voll köstlicher Gemüsesuppe zubereitet und sind gespannt, ob sie unseren Freunden auch schmecken wird.
Für meine geschwollenen Knie mache ich mir kühlende Auflagen mit essigsaurer Tonerde und installiere mich in den Stressless-Sessel. Kurze Zeit später erscheinen die drei Angelfreunde in der Tür. L berichtet aufgeregt von seinen Erlebnissen und drängt darauf, mit uns auch nochmal dort hin zu fahren. Schaun wir mal... B startet auch eine Maschine Wäsche; unsere ist bereits trocken und landet duftig-sauber im Schrank. Eine bleierne Müdigkeit packt mich plötzlich, also lege ich mich ein wenig hin und schließe für ein paar Minuten die Augen. Schlafen möchte ich nicht, sonst bin ich nachher zu lange munter.
Als ich wieder nach unten komme, ist P gerade dabei, Uli zu behandeln. Das freut mich! B und L sind im Keller und leeren die Waschmaschine. Währenddessen erzählt L erneut fasziniert von seinen Erlebnissen am Angelsee. Wir überlegen, was wir in den kommenden Tagen unternehmen wollen, da seine Eltern von Freitag bis Montag arbeiten und Uli und ich uns um L kümmern werden. Der Zoo von Providence steht zur Auswahl, das Kindermuseum erscheint interessant, eventuell kommt auch eine Hafenrundfahrt in Frage. Aber erste Wahl ist und bleibt der Angelsee!
Es ist kurz nach sieben: Zeit zum Abendessen. Schnell ist die Suppe erwärmt, nebenbei schneide ich ein Baguette in Scheiben, und dann heißt es: "zu Tisch". Allen schmeckt die Suppe hervorragend, das freut mich natürlich sehr. Nach dem Essen räumen wir zusammen auf, B schwingt noch eine Runde den Staubsauger, was auch dringend notwendig ist... Krümel und Sand überall. Die Sonne senkt sich, am Himmel färben sich die Wölkchen rosa.
L geht duschen und dann ins Bett, Ruhe kehrt ein. Alle widmen sich ihren unterschiedlichen Bedürfnissen, es herrscht ein angenehmes, friedliches, unaufdringliches Nebeneinander. Bestimmt gehen Uli und ich bald ins Bett, eventuell schauen wir noch einen Film. Das werde ich morgen berichten.
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