Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Sonntag, 2. März 2014

In the desert you can remember your name

Samstag, 1.3.
Um kurz vor sieben war die Nacht zu Ende: eine Durchfall-Attacke weckte mich... es gibt wahrlich schönere Arten, um wach zu werden ! Ein vorsichtiger Blick durch die Vorhänge zeigte tatsächlich Streifen blauen Himmels, wie schön. Bis wir jedoch mit duschen, packen und Route planen fertig waren, hörten wir wieder das sonore Plätschern des uns inzwischen so vertrauten südkalifornischen Regens. Das Beladen des Autos ging nur in Etappen voran, so sehr schüttete es.
Wir sagten dem muffigen Zimmer Adieu und suchten erneut Perry's Cafe auf, wo sich lange Warteschlangen bis auf den Parkplatz ringelten. Gute Qualität spricht sich offensichtlich herum. Nach etwa 30 Minuten ergatterten wir einen Tisch und bestellten einen großen Berg Frühstück, mit Hash Browns, Muffins, Toast, Eiern, Omelette und Avocadohälften hatten wir mehr als genug, um den Tag lecker zu beginnen.
Voll bis an die Halskrause rollten wir uns zu unserem Auto, welches uns dann sicher aus San Diego hinaus trug. Wir folgten der Interstate 8 Richtung Osten; die Anza-Borrego-Wüste sollte unser nächstes Ziel sein. Als wir den Highway verließen, befanden wir uns sofort in der herrlichsten Gegend: Indianerland, üppig grün und prächtig anzusehen.


Zuverlässig setzte immer wieder heftiger Regen ein, aber das tat der Schönheit der Gegend keinerlei Abbruch.
Auf gewundenen Pfaden erreichten wir das schmucke Städtchen Julian, ein Relikt aus Goldgräber-Tagen, überaus idyllisch und fast schon kitschig hübsch. Heute lebt der winzige Ort von einer anderen Art von Gold: Julian ist berühmt für seine besonders schmackhaften Äpfel, und an jeder der wenigen Ecken duftete es köstlich nach Kuchen. Uns lag allerdings noch Perry's Frühstück quer, daher konnte der Duft uns nicht zum Verzehr reizen. Wir erstanden eine Ansichtskarte für Julian und eilten im schneidend-kalten Regen zum Auto zurück. Uli war sehr angetan von der Gegend und musste immer wieder die Kamera hervor holen, was ich nur allzu gut verstehen konnte.


Auf steilen Serpentinen ging es nun hinab in das Tal der Anza-Borrego-Wüste. Was für ein krasser Gegensatz: eben noch im üppigen Grün von Julian's Apfelparadies und kurze Zeit später nur noch die karge Vegetation der Wüste. Und dieser Duft, der in der Luft lag... einfach traumhaft ! Wir kamen nur langsam voran, da sich hinter jeder Kurve neue Gelegenheiten boten, um mal kurz anzuhalten und ein bisschen herum zu laufen. Uli trat in einen Kaktus, dessen Stacheln sich nur mit Hilfe einer Zange aus seiner Schuhsohle entfernen ließen.

Auf schnurgerader Straße ging es viele Meilen lang auf der 78 über Ocotillo Wells nach Brawley. Der Regen hatte aufgehört, dafür war es recht stürmisch. In Brawley eine kurze Pause für Kaffee und ein Telefonat mit Bianca, die angerufen hatte, um unsere Nummer auszuprobieren. 
Wir bogen auf die 111 ab, welche uns durch künstlich bewässerte Riesenfelder zum Salton Sea führte, einem riesigen Salzsee, umgeben von Dattelpalmen-Plantagen.
Ich wurde langsam nervös, denn die Tanknadel sank zügig, und das rettende Mecca wollte und wollte nicht auftauchen...
Schließlich tauchte es aber doch auf, und die erste Tankstelle war unsere ! Der Tank wurde bis zum Rand gefüllt, und weiter ging es in schneller Fahrt, vorbei an den Chocolate Mountains Richtung Palm Springs.


Eben noch in totaler Einsamkeit, füllte sich die Gegend nun wieder mit Leben: Werbetafeln, große shopping malls, stark befahrene Straßen - Zivilisation.
Wunderschön bunt bewachsene Highway-Randstreifen und sich sanft im Wind wiegende Palmen standen im krassen Gegensatz zu den schroffen Felsmassiven, die mit ihren schneebedeckten Gipfeln zum Greifen nah schienen.
Die Sonne senkte sich, und wir folgten dem Highway 62 Richtung Twentynine Palms, wo wir im Motel 6 ein Zimmer gebucht hatten. Problemlos erreichten wir das Motel und freuten uns über einen kleinen, sauberen Raum mit einem schön festen Bett. Neben den Motel gab es einen Pizza Hut, und da uns inzwischen der Hunger plagte, erstanden wir dort eine leckere Pizza mit Artischocken, Tomaten, Huhn und Knoblauch, welche wir gemütlich auf unserem Bett verspeisten.
Ein Schreck in der Abendstunde: Uli Handy klingelte, und Sina war dran ! Da wir von ihr wenig bis keinerlei Kontaktaufnahme gewohnt sind, war die Überraschung groß, dass sie nur mal hören wollte, wie es so ist... wir sprachen noch lange darüber, wie es uns mit ihrem Verhalten geht.
Aber bald kehrte dann Ruhe ein, und gegen halb elf fielen uns endgültig die müden Augen zu.

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