Catania at it's best

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la bella città nera

Sonntag, 16. März 2014

Sometimes family can be painful

Samstag, 15.3.
Gegen halb neun war unsere Nacht zu Ende, wir hörten, wie Curt das Haus verließ; ihn erwartete erneut ein langer Arbeitstag... ja, die Last der Selbstständigkeit.
Bianca und Sina waren bereits seit acht unterwegs, sie besuchten einen Fitnesskurs in Modesto. Wir genossen gerade unsere Heißgetränke auf der herrlich sonnigen Veranda, als die beiden zurück kehrten - aber sie hatten noch nicht genug, sondern gingen gleich noch eine Runde joggen. Wie gut für Sina, ihr Körper braucht die Bewegung dringend !
Da geplant war, dass Kari und Eric mit ihren insgesamt sechs Kindern (alle zwischen 1 und 4) gegen elf erscheinen sollten, bereiteten wir uns ein schnelles Frühstück in Form von Toast mit Käse und Cherry-Tomaten, welches wir auch auf der Veranda einnahmen. Die beiden Sportskanonen kamen zurück, und bald darauf füllte sich das Haus. Es war schön, Eric wieder zu sehen, er war zugewandt und interessiert, ebenso seine Frau Desiree. Als Kari das Haus betrat, erschrak ich ein wenig: sie würdigte uns keines Blickes ! Nicht einmal ein Hallo kam über ihre Lippen, als wären wir nicht vorhanden... sehr seltsam, denn mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin plauderte sie angeregt. Ich war ziemlich irritiert, versuchte aber, dieses Verhalten nicht persönlich zu nehmen - wer weiß, welche Gründe sie hatte.
Bianca wurde sofort von ihren Enkelkindern in Beschlag genommen und war überall und nirgends gleichzeitig.


Der Trubel hielt etwa anderthalb Stunden an, dann verschwanden fast alle wieder. Immerhin sagte Kari kurz Tschüs, und ich entspannte mich ein wenig.
Kari's Sohn Harvey, 4 Jahre alt, blieb bei uns, denn er sollte mit uns nach Livermore fahren, wo ein Besuch bei Bianca's Schwester Carola anstand. Uli und ich quetschten uns erneut auf die Rücksitzbank, dieses Mal mit Harvey, der beeindruckend darstellte, wie gut er bereits lesen kann. Besonders erwähnenswert: er hatte es sich selbst beigebracht ! Uli saß neben ihm und half ihm bei schwierigen Wörtern. Oh, ich liebe es so, wie mein Schatz mit Kindern umgeht, einfach wundervoll.

In flotter Fahrt ging es nach Livermore, und wir erreichten Carola's Haus gegen halb zwei. Sie begrüßte uns freundlich, ebenso ihr Sohn Andrew, 10. Ihr Mann Randy war auch ganz nett, aber ein bisschen sehr redselig. Carola holte für alle Togo's Sandwiches, welche wir einpackten und mitnahmen, denn wir wollten auf dem Anwesen des Concannon Vineyard picknicken.
Es war dort ziemlich voll, bei dem strahlenden Wetter hatten auch andere diese Idee, aber es fand sich ein Plätzchen unter einem schattigen Baum. Wir lümmelten uns ins Gras und packten die leckeren Sandwiches aus, und bald darauf erschien auch Natascha, Carola's älteste Tochter, nebst Gatten und Tochter, knapp 11 Monate. Wir wurden sehr freundlich und interessiert begrüßt und fanden uns in einem netten Gespräch wieder. 


Die Sonne brannte heftig auf uns herab, und ich war froh, als Natascha mir ihre Sonnencreme anbot, meine Arme röteten sich bereits ziemlich...
Andrew und Harvey spielten mit Uli und Bianca Fußball und hatten ihren Spaß.


Bald brachen wir unsere Zelte hier ab und fuhren zum nahegelegenen Sycamore Grove Park. Ein schöner Wanderweg führte uns vorbei an altem Baumbestand, einem Flusslauf und einem Olivenhain. Alles sehr idyllisch - und ziemlich warm, das Thermometer zeigte rund 25 °C an.



Der kleine Harvey begann, unter leichten Müdigkeitserscheinungen zu leiden, also beschlossen wir, die Innenstadt von Livermore zu besuchen, um dort in einen Frozen Yogurt-Shop einzukehren. Eine tolle Auswahl an Joghurt, Toppings und Soßen beglückte uns und kühlte uns angenehm ab.
Zwischen Carola und ihrem Mann knisterte es zwischendurch immer wieder gewaltig, es war nicht sehr schön, diesen Kleinkrieg zu beobachten... arme Carola !
Nach dem Joghurt gab es noch Kaffee, und wir genossen die entspannte Atmosphäre, die auf den Straßen herrschte. Alle Menschen wirkten gut gelaunt und mit jeder Menge Zeit versehen zu sein - so ganz anders als in Deutschland, wo der Stresspegel stetig anzusteigen scheint und die Mundwinkel bedenklich tiefer sinken.
Harvey wurde immer quengeliger, er war sicherlich nicht nur müde, sondern auch hungrig; so verließen wir die Gruppe mit einem freundlichen good bye und verfrachteten den inzwischen brüllenden Knaben ins Auto, um schnell einen McDonald zu suchen, wo er ein Happy Meal erhielt. Uli kümmerte sich rührend um Harvey, der sich zusehends beruhigte.
Die Rückfahrt beglückt uns mit einem unglaublichen Sonnenuntergang und gleichzeitigem Vollmond - fast unwirklich schön (und auf Fotos leider nicht einzufangen).


Sina hatte mich schon den ganzen Nachmittag mit ihrem scheinbaren Desinteresse genervt, und im Auto kam es zu einer Situation, die mir die Galle platzen ließ - ich implodierte und verstummte mit dem dringenden Gefühl, fluchtartig das Weite suchen zu müssen !
Während Bianca und Sina Harvey nach Hause brachten, saßen Uli und ich auf der Veranda in der Avenue A und besprachen, was vorgefallen war und wie sich nun zu verhalten sei. Als die beiden heimkehrten, war ich vergnatzt und stinksauer, unfähig, auch nur ein Wort zu sagen. 
Uli sprach Sina an, welche daraufhin zu mir ins Zimmer kam, um wegen einer anderen Sache, die am Nachmittag vorgefallen war, um Verzeihung zu bitten. Da platzte der Knoten, und ich packte alles aus, was mir schon so lange auf der Seele lag. Ich konnte ruhig aber deutlich sprechen - und siehe da, es hatte sich etwas verändert, denn Sina antwortete mir, zwar unter Tränen, aber sie sprach ! So saßen wir über eine Stunde zusammen und klärten nach und nach all die wichtigen Themen. Offenbar hatten die Gespräche mit Bianca einiges verändert. Sina's Blick hatte sich geweitet, und sie war in der Lage, sich und ihr Verhalten zu reflektieren. Am Ende konnte ich sie in den Arm nehmen und fest drücken, sie konnte die Umarmung erwidern, und wir schworen uns, von nun an einen anderen Weg einzuschlagen.
Hoffnung breitete sich aus, Hoffnung, dass wir schließlich doch in der Lage sein werden, das Ganze zum Guten zu wenden.

Bianca und Uli hatten uns in Ruhe gelassen und derweil Abendessen bereitet. Sie saßen vor den kalten Töpfen, als Sina und ich rotgesichtig und erschöpft am Tisch erschienen. Wir aßen gemeinsam, die Stimmung war fast ausgelassen, und Sina lächelte mich immer wieder dankbar an.
Nach dem Essen sagte sie, sie habe eins vergessen: sie bewundere die Art, wie ich mit Kindern umgehen könne. Wow, I say ! Ich dankte ihr und war aufrichtig berührt von diesem Zeichen ihrer Zuneigung.
Zufrieden und müde saßen Uli und ich noch eine Weile auf der Veranda und lauschten einer herrlich jubilierenden Nachtigall.
Family can be a huge pain, but we can ease every ache with the right amount of love.

2 Kommentare:

  1. Hallo Liebe Vera & Uli sehr tolle Bilder ;-)
    Habe eine kleine Bitte : Wenn ihr schon mal in den USA seid, mögt ihr mir vielleicht eine Packung Twinkies mitbringen.......wünsche euch noch schöne Tage ,euer Saschi ;-)

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    1. Hallo Sascha,
      danke für das Lob und die guten Wünsche !
      Ja, machen wir gerne... wo wir schon mal hier sind. ;)
      Viele Grüße
      V & U

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