Wir schliefen lange, bis nach neun, dann trödelten wir noch lange herum, zumal unser Zimmer über Mikrowelle und Kaffeemaschine verfügte. Uli holte aus der Lobby unser Frühstück: 3 Muffins. Erwärmt und mit salziger Butter bestrichen schmeckten sie ziemlich gut. Dazu noch eine Banane, und fertig war der kulinarische Start in den Tag.
Die Sonne lachte, und es war schon recht warm, als wir um elf das Motel verließen. Der Highway 1 nahm uns auf und führte uns am Pazifik entlang nach Cayucos, wo wir anhalten und an den Strand mussten - das Wasser lockte gar zu sehr.
Jede Menge Surfer waren im Wasser; es war spannend, ihnen bei ihren Kunststückchen zuzusehen. Herrlich, die Sonne auf der Haut zu spüren und die salzige Pazifik-Luft zu atmen !
Weiter ging es Richtung Cambria, vorbei an Hearst's Castle, welches wir links liegen ließen. So einen Mistbock wollten wir auch nach seinem Tod nicht unterstützen !
Als vor uns ein Schild auftauchte, welches eine See-Elefanten-Kolonie ankündigte, gab es natürlich kein Weiterfahren. Oh, und wie lohnte sich dieser Stopp. Ein ganzer Haufen Tiere, kleine und große, lag am Strand (manche leider auch tot, so ist die Natur). Sie aalten sich in der Sonne und grunzten herum. Dazu überall entzückende Squirrels - ein großes Vergnügen !
Wir verbachten eine ganze Weile damit, die Aktivitäten der süßen Tierchen zu beobachten und amüsierten uns prächtig. Es gab einige blau gekleidete Damen und Herren, die sich als gut geschultes Personal dieser Sehenswürdigkeit entpuppten und uns fleißig anboten, unsere Fragen zu beantworten - eine tolle Idee, und bei rund einer Million Besucher im Jahr bestimmt auch notwendig, damit Unwissende nicht auf den Gedanken kommen, die Tiere zu füttern oder gar an den Strand hinunter zu gehen...
Als wir uns satt gesehen hatten, bestiegen wir unser Auto, und weiter ging die Reise auf dem Highway 1 Richtung Norden. Die Strecke wurde wild: enge Haarnadelkurven, schroffe Felsen, Steinschlag-Gefahr auf den nächsten 70 Meilen, dazu immer wieder Geschwindigkeitsbeschränkungen hinunter bis auf 20 Meilen/Stunde -> anspruchsvolles Fahren in der allerschönsten Umgebung, mit herrlichen Ausblicken, die uns Aahs und Oohs entlockten.
Ein leichtes Hungergefühl packte uns, und da gerade das Whale Watchers Café auftauchte, nahmen wir die Gelegenheit wahr, dort einzukehren. Die Preise waren ein wenig erschreckend, aber der sensationelle Ausblick machte dieses Manko unbedingt wett.
Die Sonne brannte heftig auf uns hinab, und ich spürte den Sonnenbrand förmlich kommen, also eilte ich schnell zum Auto und trug Sonnenschutz auf - was sich später leider als zu spät herausstellte, der Schaden war bereits da. Morgen bin ich schlauer.
Nach unserer Pause fuhr Uli weiter, und ich genoss die Möglichkeit, mir ungehindert alles anzuschauen.
Big Sur tauchte auf, mit seinem herrlichen Baumbestand eine Oase und ein Urwald zugleich. In unserem Reiseführer war der Pfeiffer Beach empfohlen, den wir allerdings erst suchen mussten (die Einfahrt versteckte sich recht erfolgreich). Eine schmale Straße wand sich stetig abwärts, sogar einen kleinen Fluss mussten wir durchfahren, bis nach ein paar Meilen das Kassenhäuschen auftauchte, an dem wir 5 Dollar Gebühr für den Besuch des Strandes zahlten. Dieses Geld war über alle Maßen gut angelegt: die kleine Bucht war wunderschön, mit lila Sand und atemberaubender Brandung. Wir wanderten hier eine zeitlang herum und staunten über so viel Schönheit.
Uli machte jede Menge Fotos, ich genoss das kalte Wasser und den weichen Sand - ein hinreissender Ort, an dem man sicherlich ganze Tage verbringen kann.
Uns mahnte jedoch die fortgeschrittene Stunde zum Aufbruch, denn wir wollten vor Einbruch der Dunkelheit Monterey erreichen.
Die scharfen Kurven lichteten sich langsam, das Fahren ging wieder zügig voran, und wir kamen eher an unserem Motel an als erwartet. Das Del Monte Pines, wieder ein freies Motel mit indischem Inhaber (und dem entsprechenden Geruch in der Lobby - wie machen die das nur?!). Die schlechten Kritiken, die wir auf booking.com gelesen hatten, klangen uns in den Ohren, als wir unser Zimmer öffneten. Aber so schrecklich wie erwartet war es keineswegs.
OK, es hatte bestimmt mal bessere Tage gesehen, aber für Monterey an einem Freitag Abend war es preislich völlig in Ordnung.
Der Hunger trieb uns, und wir besuchten das nahe gelegene shopping mall, wo wir leckere Pizza erstanden, die wir in unserem Zimmer verzehrten. Nach und nach füllten sich die Nachbarzimmer, und wir wussten: ohne Ohrstöpsel geht hier nichts !
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