Catania at it's best

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la bella città nera

Sonntag, 9. März 2014

Cannery Row and more

Samstag, 8.3.
Wieder zu früh geunkt ! Die Nacht war von der Lautstärke her erträglich, und das, obwohl dieses Motel scheinbar nur über Papierwände verfügte (man konnte z.B. Schnarchen aus dem Nebenzimmer hören).
Gegen halb neun weckte Uli mich, es gab frischen Tee ohne Chlorgeschmack, einen blauen Himmel und eine Kolonie Schwarzspechte vor dem Haus.
Nach der Morgentoilette und dem Packen suchten wir nach einem geeigneten Frühstückslokal und fanden den Breakfast Club im nahegelegenen Seaside, wo sich eine Warteschlange bis auf den Parkplatz ringelte. Nachdem wir uns auf die ausliegende Liste eingetragen hatten, warteten wir geduldig in der Sonne, bis wir aufgerufen wurden. Omelette und Roastbeef-Sandwich wurden fix gebracht - beides sehr lecker. Die eifrigen Kellner fragten uns gefühlt alle halbe Minute, ob wir noch Kaffee möchten - so schnell kann man gar nicht trinken, wie sie nachschenken wollten.
Satt und zufrieden machten wir uns auf dem Weg zur Cannery Row, da heute das Aquarium auf dem Plan stand.


Große Menschenmassen bewegten sich in die gleiche Richtung, uns schwante Übles...
Das Auto ließen wir im Parkhaus (10 Dollar - ächz) und reihten uns in den Strom ein. Der Eintritt ins Aquarium war mit 39,95 Dollar pro Kopf auch nicht gerade ein Schnäppchen, aber schließlich kommen wir so schnell nicht wieder zu dieser Gelegenheit.
Leider war der Lärmpegel im Aquarium derartig hoch (jede Menge Familien mit kleinen Kindern), dass ich mich ziemlich bald genervt fühlte. Auch konnten wir die einzelnen Exponate nicht in Ruhe betrachten, der Andrang war einfach enorm. Vielleicht hätten wir nicht ausgerechnet einen Samstag wählen sollen - nur nützte die Erkenntnis uns nun auch nichts mehr. Wir machten das Beste aus der Situation und genossen die Ausstellung, so gut wir konnten.



Besonders gelungen war die Sonderausstellung über Quallen. Tolle Exponate und eine phantasievolle Aufbereitung des Themas machten diesen Bereich überaus attraktiv, und wir hielten uns eine ganze Weile dort auf.


Sehr schön war auch die Fütterung der Pinguine und ein informativer Film über weiße Haie - wenn nur nicht alles so überfüllt gewesen wäre... vor allem die ständige Smartphone-Benutzung (überall und ununterbrochen wurden die Teile hoch gehalten und blitzten vor sich hin) enervierte mich, ebenso die vielen kreischenden Kinder.
So flohen wir gegen halb vier und spazierten erst mal eine gute Stunde am Wasser entlang. Dort tummelten sich Seehunde und Otter - herrlich, nach so vielen Tieren in Gefangenschaft. Wir fanden den alten Fisherman's Wharf, zwar auch gut besucht, aber wesentlich geruhsamer.


Lautes Grunzen war zu hören, und wir folgten diesem Geräusch, bis wir eine Ansammlung Robben im Hafen entdeckten - zu süß ! Sie bissen sich und drängelten einander zur Seite, alles mit lautem Gegrunze. Hier standen wir ziemlich lange und schauten dem bunten Treiben interessiert und amüsiert zu. 


Auch die großen Seemöwen machten reichlich Radau und stürzten sich auf jeden Krümel, den sie finden konnten. Es waren wirklich viele, und sie waren fast ein bisschen zu aufdringlich - und prompt kam mir der entsprechende Hitchcock-Film in den Sinn... nichts wie weg hier ! Ich suchte vergeblich nach den Pelikanen, die ich vor vielen Jahren hier zuhauf gesehen hatte, aber wir fanden keinen einzigen, schade.
Dafür entdeckte Uli einen Kolibri, der wild in einem Strauch vor sich hin zwitscherte.


So ein winziges Tier und so stimmgewaltig - beeindruckend.
Ebenso beeindruckend (und ziemlich erschreckend) mutete dieses Schild an, das sich direkt neben dem Kolibri befand:


Die Vorstellung, dass so ein Schild nicht ohne Grund hier aufgestellt wurde, ließ uns schaudern und schnell das Weite suchen. Unser Auto wartete brav auf uns und trug uns zügig von der Tsunami-Gefahrenzone fort.
Wir suchten und fanden unser Motel, das Bayside Inn (wieder indisch), und freuten uns über ein sauberes, ruhiges Zimmer mit einem großen, festen Bett. Schnell war das Zimmer bezogen, und wir machten uns noch mal auf den Weg, um Pacific Grove zu besichtigen. Eine wunderschöne Küstenstrecke tat sich uns auf, welche wir gleich mehrmals hin und her fuhren.


Die Sonne ging unter, heute ziemlich unspektakulär, und wir kehrten langsam zurück Richtung Monterey. Am Vortag hatten wir einen Bio-Supermarkt entdeckt, welchen wir jetzt aufsuchten, um uns Abendessen zu besorgen. Uli wählte ein Sandwich, und ich schaufelte mir aus der heißen Theke eine große Portion Maccaroni mit Käse, grünen Spargel und ein Stück Huhn in eine Transportbox. Dazu gab es noch ein Erdbeer-Dessert und Kokoswasser. Mit den ergatterten Leckereien eilten wir ins Motel und verzehrten dort ein wirklich köstliches Mahl.
Uli entdeckte spät einen verpassten Anruf; Bianca hatte eine Nachricht auf der mailbox hinterlassen: Sina liegt mit einer Grippe flach, und sie überließ es uns, wann wir in den nächsten Tagen dort auftauchen wollen, von wegen Ansteckungsgefahr. Ansteckung ? Bitte nicht ! Also überlegten wir, wohin uns der morgige Tag führen soll, und wir entschieden uns für Santa Rosa. Ein passendes Motel war schnell online gebucht. Und die Aussicht, schon morgen die Stadt aller Städte wiedersehen zu dürfen, erfüllte mich mit tiefer Seligkeit !!

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