Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Montag, 20. Juli 2015

Rising tension

Montag,  20.7.15
Inmitten von Wäschehaufen und Koffern muss ich mich jetzt doch für eine Weile hinsetzen und den Tag Revue passieren lassen:

Mit schwerem Kopf erwachte ich nach wenig erholsamem Schlaf. Wilde Träume hatten mich gebeutelt, ein bisschen zu spät war ich aus den Federn gekrochen, und schon gestaltete sich der Einstieg in den letzten Tag vor der Abreise ein wenig zu hektisch... :(
Wie jeden Morgen brachte mein Schatz mir Tee und einen Teller mit liebevoll angerichtetem Frühstück, während ich den AB des Praxistelefons abhörte und nebenbei eMails checkte.

Der Vormittag verging wie im Flug mit Wäsche waschen, aufräumen, in Haus und Garten herum puzzeln und natürlich nebenbei jede Menge Reise-Sachen zusammensammeln.
All das erledigten wir gemeinsam, flink und harmonisch, nur der stetige Ärger über unser Phlegma Sina lag mir zwischendurch reichlich quer.

Ein flotter Marsch in den Ort brachte mich dann aber zuverlässig auf andere Gedanken.
Erst zur Zahnärztin Frau Beier, die sich meine immer noch nicht perfekt sitzende Brücke noch einmal anschauen sollte. Ohne Termin erschien ich in ihrer Praxis, und keine 10 Minuten später befanden wir uns schon wieder auf dem Weg. Zum Tabak-Dealer, zur Post, zur Apotheke, zu Landwege und durch den sonnentriefenden Kurpark nach Sereetz, wo wir für ein Weilchen mit Mama und Bernhard zusammensitzen wollten, um Abschied zu nehmen: die beiden fahren am 11. August für vier Wochen nach Norwegen, und so sehen wir uns erst im September wieder.
Es gab köstlichen frischen Apfelkuchen, den ich begeistert verschlang - es war ja auch schon nach 17 Uhr und das Essen gänzlich auf der Strecke geblieben.

Lange saßen wir leider nicht im kühlen Garten, denn zwei wichtige Termine wollten noch wahrgenommen werden: Fritz, der Heilpraktiker, sollte sich meinen Körper noch mal anschauen (nach wie vor nicht in Ordnung), und Ramon, der Physiotherapeut, sollte seine vor 14 Tagen begonnene Behandlung von Uli's Narbenbeschwerden weiterführen.
Mama lieh uns netterweise ihr Auto für den schnelleren Weg nach Lübeck und steckte mir noch einen winzigen Umschlag mit einem dicken Dollar-Scheinchen zu.

Die Sitzung bei Fritz brachte mir schlagartig beste Laune, denn er konnte trotz intensiver Untersuchung keine akute Entzündung ausmachen. Seine positive Ausstrahlung nahm mir schlagartig all die Sorgen, ich könne womöglich irgendetwas gravierendes übersehen. Diese diffuse Angst hatte mich seit Wochen stetig umkreist.

Wir flitzten fix nach Lübeck, schafften es punktgenau, und Ramon legte dann aktiv bei Uli Hand an. Er löste geschickt einige Verklebungen, die seit der schweren Operation im vorigen Jahr für erhebliche Schmerzen gesorgt hatten. Erleichtert richtete mein Mann sich auf und reckte sich erstmal gründlich; dies war ihm so lange unmöglich gewesen !

Beißenden Hunger hatten wir beide, aber für Essen war keine Zeit. Wir eilten nach Sereetz zurück, schließlich war es schon kurz vor 21 Uhr. Meine Mutter brachte uns nach Hause, wo ich mich sofort daran machte, den Bottich für das Balkonpflanzen-Wasser zu füllen, damit Till während unserer Abwesenheit den Pflänzchen zu trinken geben kann (was er hoffentlich auch tun wird...).
Uli bereitete schnell Abendessen (gebratene Käsebrote, mjamm), und wir wuselten weiter wild durch die Gegend: Fahrrad in den Keller, noch mehr Sachen zusammen suchen, dieses und jenes bedenken, hier einen Erinnerungs-Zettel hin kleben, noch ein paar schnelle Zeilen per mail an meine liebe Susanne nach Süddeutschland verschicken, Tröpfelüberweisungen auf Till's Konto vorbereiten, damit er das Haushaltsgeld für drei lange Wochen nicht auf einen Sitz verbrät (reine Vorsichtsmaßnahme, aus Erfahrung klug geworden ;) ), grübeln, was noch fehlen könnte - und, und, und...

In diesem Moment ist es fast Mitternacht. Uli hat eben die Koffer geschlossen, ich entspanne mich beim Schreiben dieser Zeilen.
Gleich geht's noch ein bisschen mit Jane, Lisbon und co (The Mentalist) nach California - und morgen dann tatsächlich, wirklich und völlig real über den großen Teich... wie aufregend ! :)

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