Bereits vor dem Weckruf um sieben bin ich wach, möchte aber so gar nicht aufstehen! Wenn ich mir einfach die Decke über den Kopf ziehe kann ich ja vielleicht liegen bleiben?! Als dann Uli zu mir kommt, um mich zu wecken, ist die Gewissheit da: Aufbruch, Abschied, Abflug - arrivederci Catania! Als kleines Abschiedsgeschenk hat mir ein Blutsauger ein circa 50-Cent-Stück großes Mal auf dem Rücken hinterlassen - da helfen DMSO und CDL zum Glück pronto. Die letzten Handgriffe stehen an, die restlichen Dinge verschwinden in den Koffern und schon ist es Zeit, die Schotten des Palazzo zu schließen. Als wir die Wohnungstür ins Schloss ziehen und der Fahrstuhl uns nach unten befördert, beginnt das erste Seufzen... oh, wie gerne wir hier sind!! Der Weg zum ZOB ist nicht lang, wir trotten über die Piazza Bellini, werfen einen sehnsüchtigen Blick zu Comis und trösten uns damit, dass wir ja am Flughafen nochmal frühstücken können, da gibt es sicherlich auch Cappuccini und Brioches und Granite.
Nur zehn Minuten müssen wir warten, dann sammelt uns der Bus ein und in flotter Fahrt rauschen wir ab gen Fontanarossa. Die Tickets können leider nicht gestempelt werden, och wie schade! Also verwahre ich diese, es ergibt sich bestimmt eine weitere Gelegenheit zur Nutzung.... Im Flughafen irren wir erst ein bisschen herum, bis wir den Schalter von Transavia entdecken; er befindet sich im etwas abseits gelegenen Terminal C. Schnell sind wir die Koffer los und können uns ums Frühstück kümmern. Dafür wandern wir zurück in den Hauptkomplex und warten dann etwas länger auf einen Tisch im Café - macht nix, wir haben genug Zeit. Es gibt Granita und glutenfreie Brioches. Perfekt, denke ich, bis uns eine dubios aussehende Masse serviert wird, dazu ein ebenso dubios anmutendes Stück Gebäck in Folie. Ja, ich bin verwöhnt von Comis Köstlichkeiten! Ein paar Löffel Granita und viereinhalb Bröckchen Brioche probiere ich: scheußlich, wie befürchtet! Immerhin: die Cappuccini munden. Also bleibt der Rest stehen und wir schleichen enttäuscht davon.
Als nächstes ist uns unklar, wo wir durch die Sicherheitskontrolle müssen. Im Hauptterminal herrscht ein derartiger Andrang, dass ich Sorge bekomme, das Boarding zu verpassen! Sind wir denn überhaupt richtig hier? Bevor wir erst lange anstehen und womöglich noch feststellen müssen, falsch zu sein, frage ich lieber zwei freundliche Damen. Und tatsächlich: sie erklären, dass wir ins Terminal C zurück müssen. Dort besteht die Schlange vor der Security aus fünf Personen und wir sind im Nu durch. Meine Flasche mit Ananas-Schorle wird komplett ignoriert, genau wie Felix schon berichtete. Super, dann haben wir ja immerhin fast einen halben Liter Getränk, bis es in Amsterdam bzw. auf dem Anschlussflug die nächste Versorgungsmöglichkeit gibt. Boarding ist bereits in vollem Gange, wir müssen nicht lange warten, bis wir auf dem Rollfeld unsere Boing 737 entern dürfen.
Die Maschine wird proppevoll, die Luft darin ist verbraucht und viel zu warm. Der italienische Herr neben uns lacht Sauna gibt's heute gratis. Aber großes Glück: keine Stinkbomben in Riechnähe!! Diedrich hatte es uns gewünscht, ich hatte inständig darum gebeten - es hat funktioniert. Danke an alle guten Mächte!
Beim Abheben laufen bittere Tränen, ein letzter Blick auf den prächtigen Ätna und über die wundervolle città nera und schon sind wir über den Wolken. Die Temperatur an Bord wird endlich angenehm, der Blick ist weit und herrlich, die vielen italienischen Mitreisenden sind fröhlich und die geplante Flugzeit mit knappen drei Stunden ist sehr überschaubar. Mit Musik auf den Ohren schweben wir sanft gen Norden und versuchen, nicht zu sehr daran zu denken, was uns daheim wohl alles so erwarten mag....
Die Zeit vergeht tatsächlich wie im Flug; ich bin noch vertieft ins Abschreiben meiner Italienisch-Vokabeln, da fängt es bereits an, in den Ohren zu knacken: Amsterdam liegt unter uns, in freundlichem Sonnenschein und imposant zu betrachten. Die Stadt erstreckt sich soweit das Auge reicht und hat ein paar tolle Hochhäuser modernster Architektur zu bieten.
Mit tauben aber kaum schmerzenden Ohren setzen wir elegant in Schiphol auf und suchen uns erstmal einen Waschraum und dann ein gemütliches Plätzchen für unser Mittagspicknick, bestehend aus belegten Broten, Tomaten, Eiern, Käsewürfeln und Chips. Das kleine Getränk ist schnell geleert, reicht aber fürs erste. Uli fallen immer wieder die Augen zu; da erreicht uns die Nachricht, dass unser Weiterflug um eine Stunde nach hinten verschoben wird... Gleichzeitig wird eine Liege frei, die sichert Uli sich und keine zwei Minuten später zucken seine Beine verdächtig. Er ist in guter Gesellschaft, um ihn herum wird fleißig geschnarcht.
Währenddessen halte ich die Stellung, indem ich das Gepäck bewache und ein paar Nachrichten verfasse. Dann lese ich meinen letzten blog-Beitrag (hatte ich gestern Abend und heute Morgen nicht geschafft -> ärgerliche Fehler, die ich nicht sofort korrigieren kann - ätzend!), vergieße ein paar Tränen und schon hat Uli ausgeschlafen und regt an, einen Cappuccino zu besorgen. Oh man..... 10 € für zweimal scheußlich schmeckendes Gebräu. Aber wenigstens heiß, denn uns ist doch etwas frisch geworden in der voll klimatisierten Wartezone.
In aller Ruhe suchen wir unser Gate, sitzen dort auch noch etwas herum und quetschen uns dann in den nächsten vollbesetzten Flieger. Wieder keine Stinker im direkten Umfeld, hurra!! Dieser Flug dauert nur 45 Minuten, dennoch reicht die gut gelaunte KLM-Crew Snacks und Getränke. Unter uns reisst die Wolkendecke immer wieder auf; die minikleine Landschaft darunter kommt uns bereits sehr vertraut vor.
Kaum sind wir richtig oben, da geht es auch schon wieder abwärts. Noch einmal knacken die Ohren, dann ist es vollbracht: Germania hat uns wieder, unser sizilianisches Abenteuer ist zuende. Das Gepäck kommt unbeschadet herangerollt, wir verlassen den Flughafen und schlottern ein wenig: bah, ist das kalt hier!!
In der S-1 empfängt uns prompt der fiese Parfüm-Geruch; zum Glück sind die Fenster offen und die Fahrt ist nach knappen 30 Minuten überstanden. Am Bahnhof brauchen wir dringend etwas zu trinken - die hohen Preise sind gewöhnungsbedürftig - egal! Im Zug nach Lübeck setzt uns erneut die Kälte in Form einer zu hoch regulierten Klimaanlage zu; vielleicht sind wir aber auch nur total erschöpft?! Mit schwirrenden Schädeln erreichen wir unsere Wohnung, wühlen noch ein bisschen unmotivert herum und beschließen dann, den Tag zu beenden. Immerhin wollen all die vielen wunderbaren Erlebnisse erstmal verdaut werden. Und morgen ist ein neuer Tag!











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