Wieder ein so ruhiges Motel - herrlich, die entspannte Nachtruhe ! Mein letzter Gedanke gestern Abend war Susanne, und auch mein erster Gedanke eilte zu ihr - ob wohl alles gut gegangen war ?! Schnell die eMails checken, und tatsächlich: eine Nachricht von Susanne, alles soweit OK - Erleichterung pur !
Mein Schatz bereitete mir heißen Tee, wir duschten und packten und starteten in einen kühlen, aber herrlich sonnigen Morgen.
Der kleine Ort Williams bot keine Möglichkeit zum Frühstücken, die uns gereizt hätte, also musste vorerst eine Banane reichen.
Auf der 20 fuhren wir weiter Richtung Osten. Flaches Land, schnurgerade Straßen, willkommen im Central Valley.
Ich telefonierte mit Bianca, um alles wichtige abzuklären. Es war gut, sie gehört zu haben, bevor wir in Ripon aufliefen - ein großer Teil meiner Befangenheit verschwand damit, und ich freute mich darauf, sie und Curt am Abend zu sehen.
Der nächste größere Ort war Yuba City, und hier stoppten wir, um Wasser und Zahnpasta zu kaufen. An einer mall entdeckte ich einen Togo's, und in meiner Erinnerung an wunderbare kulinarische Erlebnisse kehrten wir ein.
A large 24 on wheat roll with extra avocado - wie viele von diesen Bestellungen hatte ich wohl bisher aufgegeben ?! Keiner weiß es so genau - aber nach dem Essen stand fest, dass es wahrscheinlich die letzte war: ein Mythos starb an diesem Tag ! Wir hatten auf dieser Reise einige bessere Sandwiches gegessen - so bye bye Togo's.
Warm war es inzwischen, wir fuhren mit offenen Fenstern weiter gen Osten, bis wir Grass Valley erreichten.
Von dort ging es auf der Interstate 80 nach Süden, Destination Sacramento, Capital of California. Zwischendurch holten wir uns Kaffee bei Jack in the box, und Uli gönnte sich einen sündhaft leckeren Cheesecake.
Bald erschien die skyline von Sacramento am Horizont.
Wir tauchten ein in die Tiefen der Hauptstadt. Der Park mitten in der Stadt war mir in guter Erinnerung geblieben, und genau diesen suchten wir auf, um eine Weile zwischen den vielen exotischen Bäumen (Orangenbäume, Korkeichen, Magnolien, Zypressen, Palmen,... um nur ein paar zu nennen) herum zu spazieren und im duftenden Gras zu liegen.
Süße Squirrels tobten auf und unter den Bäumen herum und erfreuten uns mit ihren drolligen Bewegungen.
Wunderschön, die gesamte Parkanlage, wenn auch die Denkmäler für die Vietnam-Soldaten ein wenig befremdlich anmuteten... warum nur müssen die USA sich stets als Weltpolizei aufführen ?! Traurig zu lesen, wie viele so junge Männer ihr Leben ließen.
Aufgetankt mit Sonne und Duft von blühenden Bäumen schlenderten wir zu unserem Auto zurück und bewegten uns in den historischen Teil der Stadt: Old Sacramento.
Es war ein reines Vergnügen, hier alles anzuschauen ! Die alten Gebäude so liebevoll aufbereitet, interessante Geschäfte, natürlich auch viel Rummel und Tand, aber amüsant und nicht aufdringlich.
Während sich Uli in den Esoterik- und Indianerläden umschaute, erstand ich diverse hübsche Postkarten. In einem der Läden lief sehr anregende Musik, die uns beiden sofort gefiel. Ich parkte das Auto um (es stand in einer 15-Minuten-Zone), und als ich Uli wieder traf, hatte er eine CD gekauft: die Musik aus dem Laden, von der es lediglich noch ein Exemplar gab. Beim Betrachten des booklets stellten wir fest, dass diese CD in Deutschland produziert wurde, inklusive deutscher Beschreibung. Da fliegt man um die halbe Welt, um instinktiv eine deutsche CD zu erstehen... wie strange ist das, bitte !?
Wir verließen Sacramento auf Umwegen und genossen dabei die neue Musik.
Die 99 brachte uns auf den richtigen Weg. Mein alter Haus-Highway, führt er doch direkt nach Ripon. Je näher wir dem Ort kamen, desto mehr pochte mein Herz, und die Tränen liefen. Deutlich spürte ich einen Schmerz, den ich spontan als eine Art von Heimweh bezeichnen würde. Immerhin war Ripon eine ganze Zeit lang meine zweite Heimat gewesen, zumindest im Herzen. Die Sonne stand prachtvoll rot am Himmel, als hieße sie uns herzlich willkommen.
Als Manteca auftauchte wusste ich: gleich ist es soweit ! Mit tränenblinden Augen bog ich auf die Jack Tone Road ab, um den Ort von hinten aufzurollen. Wir fuhren als erstes in die Maple Avenue, dort hatten Bianca und Curt ihr Haus, als ich das letzte Mal hier war. Im Stadtzentrum hielten wir kurz an, Uli wollte noch eine Zigarette rauchen, bevor wir in der Avenue A ankamen.
Tief durchatmen - und dann öffnete Sina die Haustür. Eine verhaltene Begrüßung, wenige Worte -> alles wie immer. Bevor das große Schweigen einsetzte, tauchte zum Glück Curt auf. Hier fiel das Wiedersehen erheblich herzlicher aus. Er freute sich, uns zu sehen und verwickelte uns sofort in ein anregendes Gespräch; Sina saß weitestgehend schweigend daneben.
Wir bezogen unser Zimmer in dem schönen, geräumigen Haus und packten unsere Sachen aus. Curt bestellte derweil Pizza beim örtlichen Pizza-Dealer.
Dann fuhren er und ich zusammen die Pizza holen (just like in the old days, as if no time at all had passed), er erzählte ein wenig von den Schwierigkeiten, die auch er mit Sina's sozialen Unverträglichkeiten hat, aber ihn belaste dies nicht, vielmehr sei er bemüht, Sina in eine andere Richtung zu motivieren.
Wir aßen zu Abend, und endlich kam auch Bianca nach Hause. Gut sah sie aus ! Ich freute mich sehr, sie wieder zu sehen. Während wir lustig plauderten (außer Sina), tauchte Scott kurz auf und begrüßte uns freundlich.
Wir saßen bis halb zwölf zusammen; es war schön und interessant, den beiden wunderbaren Menschen zu lauschen. Überaus dankbar war ich, endlich wieder hier sein zu dürfen !!

Ich freue mich mit Euch, dass Ihr Ripon genießen könnt! Herzlichst Eire Martha
AntwortenLöschenVielen Dank, liebe Martha !
LöschenEs ist sehr schön, hier zu sein.
Sei herzlich gedrückt.