Hatte ich herum geunkt, die Nacht würde unruhig ?! Nix da, alles friedlich !
Um acht weckte Uli mich mit Tee, der heftig nach Chlor schmeckte - ungenießbar. Das Trinkwasser enthält neben Fluor auch Chlor... bah ! Also eben keinen Tee.
Ein blauer Himmel lachte uns entgegen. Wir trockneten noch schnell unsere Handwäsche vor der Klimaanlage, packten nebenbei unsere Koffer und los ging es. Für's Frühstück hatten wir das Zzyzx-Café ausgesucht, wegen des schönen Namens. Omelettes und Toast as usual, Qualität und Menge OK, dazu Kaffee und heißes Wasser (meine Lady Grey-Teebeutel bringe ich ja selbst mit, und das Wasser gibt es gratis).
Ausreichend gesättigt begaben wir uns in unser Auto und folgten dem Highway 101 Richtung Norden.
Herrlich bunt bewachsene Seitenstreifen erfreuten uns, der Verkehr war erträglich, das Fahren angenehm.
Bald begann der wunderschöne Ventura-Highway, der uns die Tränen in die Augen trieb...
Leider kam es dann zu einer Meinungsverschiedenheit, und die nächste Stunde war getrübt, trotz der beeindruckenden Natur, die sich um uns herum zeigte. Bis Lompoc schwiegen wir uns ungemütlich an... keine schöne Situation !
Bei Starbucks holten wir uns Kaffee und sprachen über die Unstimmigkeit - eine Lösung fand sich jedoch vorerst nicht.
Also fuhren wir schweigend weiter. Uli machte fleißig Fotos; die Gegend war aber auch zu reizvoll.
Als wir im Vorbeifahren ein Gehege mit Lamas entdeckten, mussten wir natürlich sofort umkehren und die süßen Kuschelis ablichten:
Herrlich war die Landschaft, sehr abwechslungsreich ! Das Fahren machte großen Spaß auf dem Highway 1, den ich sowieso sehr gut in Erinnerung hatte.
In Pismo Beach lockte uns der türkis-blaue Pazifik, und wir parkten unser Auto, um uns eine Weile an dem weitläufigen Strand die Beine zu vertreten. Ein kräftiger Wind blies, der feine Sand wirbelte überall herum und große Wellen landeten am Ufer an.
Kitesurfer jagten über das Wasser, machten hohe Sprünge und Drehungen auf den Wellenkämmen, und ständig eilten neue Surfer in die Fluten - die Brandung schien genau richtig zu sein.
Das letzte Stück des heutigen Weges führte uns über San Luis Obispo nach Morro Bay: eine atemberaubende Szenerie bot sich uns dar. Der enorme Morro Rock ragte steil aus dem Wasser empor, wie künstlich hinein gesetzt.
Auf der Suche nach unserem Motel fuhren wir eine Weile ratlos im Ort hin und her, bis Uli das Handy-Navi befragte und wir unsere Unterkunft dann problemlos fanden. Für diese Nacht hatten wir ein freies Motel ausgesucht, unter indischer Leitung (und mit dem mir aus ähnlichen Unterkünften wohl vertrauten Curry-Geruch in der Lobby): das Holland Inn. Ganz anders als in den Ketten war das Zimmer gestaltet, sehr individuell, aber sauber und mit einem angenehmen Bett.
Wir packten in Ruhe unsere Sachen aus und richteten uns ein. Irritierend war die Tatsache, dass die Badezimmertür sich nicht richtig schließen ließ... nun ja.
Ein kräftiges Hungergefühl trieb uns wieder hinaus, und wir landeten bei Margie's Diner, welcher mir von früheren Reisen sehr gut in Erinnerung geblieben war. Gegen halb fünf kamen wir dort an, das Lokal war fast leer, und so dauerte es nicht lange, bis der Kellner mit unserer Bestellung auf unseren Tisch zusteuerte: zwei Avocado-Grotto-Burger, Salat, Pommes und Zwiebelringe, dazu Cola und Eistee. Wir staunten nicht schlecht über die Menge an Essen, welche sich uns überaus appetitanregend präsentierte:
Auf meinem Teller lagen die größten (und leckersten) Zwiebelringe, die ich je gesehen (und gegessen) hatte:
Wir aßen, so lange wir konnten - aber es blieb einiges auf unseren Tellern zurück. Auch die Getränke mussten halb geleert stehen bleiben... es ging beim besten Willen nichts mehr in uns hinein !
Mühselig rollten wir uns zum Auto, das Sitzen war eine wahre Pein - vielleicht hatten wir es ein klein wenig übertrieben ?!
Das Auto verlangte nach Sprit, und wir fuhren eine Weile herum, bis sich eine Tankstelle zeigte. Gleichzeitig begann der Himmel, sich zu verfärben. Ein unglaubliches Farbenspiel, angefangen mit zartem Rosa über Orange bis Dunkelrot, ließ die umliegenden Hügel aussehen, als stünden sie in Flammen. Unser Glück führte uns direkt zu einem Aussichtspunkt hoch über dem Pazifik, wo wir voller Ehrfurcht diesem unglaublichen Naturschauspiel beiwohnen durften:
Staunend saßen wir da, schweigend, glücklich über so viel Schönheit, bis die letzte Farbe verschwunden war und die Nacht hereinbrach.
Der Weg zum Motel war schnell gefunden, und wir freuten uns darauf, uns endlich hinlegen zu können... die riesige Mahlzeit wollte schließlich in Ruhe verdaut werden.
Nebenbei nahmen wir die Planung für den nächsten Tag vor: whale watching - ja oder nein ? Welches Motel in Monterey ? Jemals wieder essen ?!

Bleibt am Ende die Frage: wann trat wieder Friede-Freude-Eierkuchen bei Euch ein? Es verdunkelt ja selbst einen so herrlichen sunset, wenn die innere Stimmung brodelt . . . .
AntwortenLöschenSolche Zustände halten bei uns nie lange vor - zum Glück ! Da brodelt nix mehr, alles wieder in Butter.
Löschenaber Vera strahlte bei den Zwiebelringen in die Kamera - da schien doch hoffentlich auch in Eurem Inneren wieder die Sonne, oder?
AntwortenLöschenherzliche Grüße Eure Martha
Ganz genau, liebe Martha - gut beobachtet. :)
LöschenGanz herzliche Grüße - ich drücke Dich doll, denke jeden Tag an Dich und sende Dir alle guten Wünsche und ganz viel Kraft.
Deine Vera