Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Montag, 10. März 2014

Without flowers in our hair

Sonntag, 9.3.
Über Nacht war die Sommerzeit angebrochen, daher standen wir erst gegen halb 10 auf. Wir hatten ungestört geschlafen und starteten gut gelaunt in den - leider recht trüben - Morgen. Laut Wetterbericht erwartete uns in San Francisco und Santa Rosa Regen... mal schauen.


Wir folgten dem Highway 1 der Küste entlang, die Sonne kam heraus, und wir freuten uns über die schöne Strecke, die uns vorbei an Artischocken-Feldern und herrlich-blühendem Raps führte.


Da wir ohne Frühstück gestartet waren, packte uns bald der Hunger. Da kam die malerische Bucht bei Davenport gerade recht, um eine Picknick-Pause einzulegen und die Sonne zu genießen.


Käse- und Avocado-Sandwiches mundeten uns ausgezeichnet, und gut gestärkt ging die Fahrt weiter. In Pacifica hielten wir an einem Supermarkt an, um uns Kaffee zu holen. Außerdem neigte sich mein Tee dem Ende zu, aber ausgerechnet Lady Grey war vergriffen. Macht nix, es gibt ja noch andere Läden. Schon seltsam, wie schnell wir uns daran gewöhnt hatten, zu jeder Tageszeit und auch sonntags in aller Seelenruhe einzukaufen.

Wir näherten uns den outskirts von San Francisco, von Regen keine Spur, dafür wurde der Verkehr dichter und ich immer nervöser. Immer wieder stiegen mir die Tränen in die Augen - beim Fahren wenig praktisch. Vor uns tauchten die Twin Peaks auf, und ich bog spontan ab. Unser Auto erklomm die Anhöhe - und da war sie: die Stadt aller Städte, mein San Francisco. Diesig war es, aber so kennt man sie ja.


Überwältigt von dem Anblick (und dem unglaublichen Andrang hier oben: lauter asiatische Touristen mit iPads) musste ich erst mal ganz in Ruhe in alle Richtungen schauen. Meine Tränen flossen erneut, als ich die Golden Gate Bridge entdeckte… endlich wieder hier, endlich Uli all das zeigen dürfen, mit ihm teilen können !
Wir verließen den überfüllten Aussichtspunkt und fuhren hinab in die Stadt. Kreuz und quer erkundeten wir erst die Außenbezirke.


Dann wagten wir uns in die Innenstadt, wo reger Verkehr herrschte und obendrein einige Straßen wegen einer Veranstaltung gesperrt waren.
Meine Erinnerung war löcherig, ich fand mich nicht mehr wirklich zurecht - es war einfach zu viel Zeit seit meinem letzten Besuch vergangen. Aber nach und nach fanden sich bekannte Anhaltspunkte, z.B. dieser schöne Anblick hier:


Das Sirren der Kabel, mit denen die Cable Cars gezogen werden, entlockte mir ein wohliges Seufzen. Wir staunten über das Gewimmel in Chinatown und quietschten nervös beim Befahren der steilen Hügel - besonders die Abwärtsfahrten reizten unsere Nerven gewaltig.
Mutig erklommen wir die Auffahrt zur Lombard Street, um die sieben engen Kurven wieder hinunter zu fahren.

Gegen vier überkam uns leichte Schwäche, und wir suchten den Marina Boulevard auf, wo es einen Supermarkt, genügend Parkplätze, sonnige Bänke und einen grandiosen Blick auf die Golden Gate Bridge und Alcatraz gab. Hier verspeisten wir genüsslich warme Sandwiches, während eine Horde Vögel uns interessiert beobachtete.
Wunderbar gesättigt beschlossen wir, nun unsere Reise in Richtung Norden fortzusetzen.
Bereits auf der Anfahrt zur Brücke flossen meine Tränen erneut - I can’t help it, diese rostrote Schönheit berührt mich schon seit frühesten Kindheitstagen !


Der Vista Point hinter der Brücke war extrem überfüllt (wieder jede Menge asiatische Touristen mit iPads - vielleicht die von den Twin Peaks ?!), also hielten wir nur kurz an, um ein paar Fotos zu machen und den grandiosen Blick auf die Stadt zu genießen.


Ein kurzer Abstecher nach Sausalito: ein bisschen tanken und einen Blick auf die malerisch-bunten Hausboote werfen - und dann weiter nordwärts auf dem Highway 1, der sich steil die Hügel des Marin Countys hinauf schraubte. In einem tiefen Tal entdeckte ich das Zen-Kloster, das mich bereits vor vielen Jahren fasziniert hatte. Idyllisch schmiegt es sich in die Landschaft; man kann sich gut vorstellen, dass hier Ruhe und Frieden herrschen.


Der hereinbrechende Abend brachte einen feinen Nebel mit sich, welcher vom Pazifik kommend ins Landesinnere wallte. Ein traumhafter Anblick, überaus romantisch und gleichzeitig wild. Überhaupt ist es bemerkenswert, wie unterschiedlich die Küste sich darstellt, völlig anders als südlich von San Francisco, als wäre man in einem anderen Land.


Die grünen Hügel erinnerten an Schottland - oder zumindest das, was wir uns darunter vorstellten…
In den kleinen Orten schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Verrückt, eben noch der Großstadt-Trubel in SF und nun eine Idylle wie bei den Waltons.



Als wir Petaluma erreichten, wurde es dunkel. Ich war froh, nun auf der 101 zu fahren und nicht auf den winzigen Nebenstraßen voller Wildwechsel und Kurven.
Santa Rosa war schnell erreicht, das Motel nach einem kurzen Umweg gefunden, und ein sauberes, geräumiges Zimmer erwartete uns mit einem schönen großen Bett.
Uli kämpfte mit seinem Handy, welches sich plötzlich nicht mehr laden ließ, ich buchte derweil ein Zimmer in Eureka für die kommende Nacht, duschte und schrieb diverse Postkarten.
Und während ich diesen Eintrag verfasse, schlummert mein Schatz bereits tief und fest neben mir.

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