Catania at it's best

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la bella città nera

Donnerstag, 30. Juli 2015

Lost in Providence

Mittwoch, 29.7.15
Schon beim Aufwachen ist mir furchtbar heiß! Ich muss keinen Finger rühren, und trotzdem läuft der Schweiß... das kann ja heiter werden. Da die Uhr bereits nach acht anzeigt, begebe ich mich ins Erdgeschoss. Alle sind dort versammelt, das Frühstück vorbereitet, es fehlt nur noch mein Tee. Dieser ist schnell gekocht. L zickt herum, Grund unbekannt. Vielleicht nimmt ihn die Wärme ja auch so sehr mit.


Nach dem Essen brechen Uli, P, B und L auf, sie wollen Tickets für den Bus nach New York besorgen und anschließend Ibrahim abholen, den 12-jährigen Sohn einer Freundin von P, der den Tag mit L verbringen möchte. Ich bin ganz alleine im Haus, ein Novum. Ganz entspannt dusche ich und schreibe eine eMail an Julian, der in Italien weilt, bei ähnlichen Temperaturen. Bald füllt sich das Haus wieder, vorbei ist's mit der Ruhe.

B und ich beschließen, ein bisschen shoppen zu gehen und fahren in die mall downtown. Meine sichere Ortskenntnis beeindruckt B. Dieses Mal parken wir im Parkhaus der mall, und ich bin beruhigt, dass sehr moderate Preise verlangt werden: 2 Dollar für 3 Stunden. Angenehm kühl ist es hier! Zuerst besuchen wir einen Schuhladen, denn Till benötigt neue Nikes. Ich finde einige Paare, welche ich ablichte und ihm per Mail zusende. Nebenbei stolpere ich über ein Paar, das mir gut gefällt, wie angegossen passt und obendrein reduziert ist. Nach kurzem Zögern entscheide ich mich dazu, sie zu kaufen, zumal ich neue Sneaker benötige.


B wird nicht fündig, und so schlendern wir weiter, durch die unterschiedlichsten Kleiderläden und Boutiquen. In einem Esoterik-Shop entdecke ich ein kleines Geschenk für meinen Schatz, der ja bald Geburtstag hat. Um was es sich handelt, wird hier nicht verraten - Uli liest schließlich mit ;). Hunger plagt uns, und wir suchen den food court im Obergeschoss auf. Hier gibt es diverse Lokale und jede Menge Sitzplätze. Schnell haben wir unsere Wahl getroffen: asiatisch gewürzte Leckereien, zu viel und zu süß, aber sonst ganz okay. Dort sitzend und essend diskutieren wir erneut die Sina-Problematik, für die es keine Lösung zu geben scheint.


Gut gefüllt bummeln wir weiter durch diverse Läden. In einem der Schuhläden hängt ein bezaubernder Rucksack, der sofort zu mir möchte. Bevor ich damit zur Kasse gehen kann, hat B ihn mir bereits aus der Hand gerissen und fordert mich auf, ihn ganz fix wieder zu vergessen. Ach ja, mein Geburtstag steht ja auch vor der Tür... Nun verlangt es uns nach Cappuccino bzw. Espresso. Ein entsprechender Shop ist schnell ausfindig gemacht, die Getränke sind lecker und befriedigen das Koffein-Bedürfnis. Schon viertel nach drei, wir müssen langsam aufbrechen, da P um vier Ibrahim zurückbringen will. Das Auto wartet brav im Parkhaus, und wir verlassen das Shopping-Paradies - mit dem Plan, nochmal her zu kommen.


So leicht mir der Hinweg fiel, so schwierig gestaltet sich der Rückweg. So viel zum Thema sichere Ortskenntnis. Wir irren durch Straßen, die wir noch nie gesehen haben. Anhaltspunkte finden wir keine. Ich werde immer nervöser, schließlich wartet P auf unsere Rückkehr! Nachdem wir etwa 20 Minuten herum gegurkt sind, halte ich am Straßenrand und B befragt zwei Männer, von denen einer tatsächlich weiß, wo die Doyle Ave ist. Er gibt mir genaue Instruktionen, mit seiner Hilfe gelangen wir endlich auf den richtigen Weg! Puh, was für ein Abenteuer. Pünktlich landen wir vor dem Haus - ich bin sehr erleichtert.

Die Jungs spielen Siedler, Uli ist am gewinnen. Bald darauf brechen P, B und L auf, um Ibrahim nach Hause zu bringen. Uli und ich relaxen im kühlen Wohnzimmer (die Klimaanlage läuft hier inzwischen auf Hochtouren). Als die drei zurück sind, wollen wir noch an den Strand fahren. Soweit zur Theorie. Zufällig schaut P auf die Bustickets und entdeckt, dass diese fehlerhaft ausgestellt wurden. Also müssen wir schnell zum Busbahnhof, die Tickets ändern lassen. Dieses "schnell" lässt mich unachtsam ausparken - und rumms, schon kracht es: ich bin rückwärts gegen ein parkendes Auto gefahren! Auch das noch. Betreten steige ich aus. Der Besitzer erscheint prompt, aber er lächelt freundlich, betrachtet den Schaden und kann nichts feststellen, außer einer Mini-Beule im Nummernschild. "Macht nix! " lautet die entspannte Antwort. Er wünscht noch einen schönen Tag und verabschiedet sich vom Ort des Geschehens. Erleichtert atme ich auf. An der Stoßstange unseres Mietwagens sehen wir auch keine Beschädigung - Entwarnung auf ganzer Ebene. Vorsichtig fahre ich weiter zum Busbahnhof, wo P und B die Tickets tauschen.

B fühlt sich erschöpft, P mag nicht mehr los, und für L ist es zu spät, um noch zum Strand zu fahren. Also fahren Uli und ich alleine Richtung Bristol, ca. 40 km entfernt. Es tut gut, auch mal wieder zu zweit unterwegs zu sein. Wir plaudern entspannt und freuen uns über die Schönheit der Natur. Ohne Probleme gelangen wir zu der pittoresken Hafenstadt, finden einen Parkplatz und wandern ein bisschen an der Mole herum.




Das Wasser lockt mich sehr, denn es ist nach wie vor ziemlich warm. Leider ist weit und breit keine Bademöglichkeit zu sehen. Also wieder ins Auto und noch ein bisschen weiter fahren. Eine Parkanlage taucht auf - und in der Tat gibt es hier eine kleine Badebucht, zwar nur mit Kieselstrand, aber besser als nichts. Im Wasser schwimmt eine ältere Frau herum, welche uns sofort voll textet. Strange,  but also funny. Das Wasser erfrischt wunderbar und kühlt mich einige Grad ab. Herrlich! Obendrein geht blutrot die Sonne unter und schafft eine berauschende Stimmung.


Und nun was essen. Pizza wäre Uli genehm, ich könnte gut ein Sandwich verspeisen. In Bristol gibt es hauptsächlich Fischrestaurants, daher fahren wir ein Stück an der Küste entlang, bis wir Warren erreichen, wo sich ein Lokal anbietet, in dem es beides gibt. Ein seltsamer Laden, wie aus einer anderen Zeit... wir treten mutig ein, bestellen (beide plötzlich Burger) und bereuen diese Entscheidung nicht. Frisch und lecker sind die Speisen, die man uns bringt. Als ich zahlen möchte, wird meine Kreditkarte nicht akzeptiert. Cash only. Sehr ungewöhnlich!


Inzwischen ist es komplett dunkel, aber immer noch sehr warm. Routen-Uschi führt uns sicher nach Providence zurück, wo wir freundlich begrüßt werden. L ruft noch "Gute Nacht", P und B freuen sich darauf, ihre abendliche Runde zu drehen, und ich setze mich schnell an mein Blog. Rückstand kann ich nicht gebrauchen!

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