Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Mittwoch, 29. Juli 2015

Summer rain

Dienstag, 28.7.15
Mir brummt immer noch der Schädel, als ich kurz nach acht erwache. Uli liegt nicht mehr neben mir, sicherlich ist er bereits unten. Also krieche ich steifbeinig von der Matratze und stakse die Treppe hinab. Richtig geraten: Uli sitzt mit L im Wohnzimmer und plaudert. Unsere Begrüßung ist zum Glück liebevoll! Tee möchte ich. Der Kessel ist schnell aufgesetzt und summt bald vor sich hin. Mit einem Becher duftendem Lady Grey begebe ich mich in den Stressless-Sessel und lege meine immer noch geschwollenen Beine hoch. Wann dieser Zustand sich wohl verbessert!?

P und B gesellen sich zu uns. Die Stimmung ist entspannt. Gut, wenn Freunde offen miteinander sprechen können, so muss ich aus meinem Herzen keine Mördergrube machen. B befragt mich direkt zu gestern Abend - und mir schießen spontan Tränen in die Augen. Schnell ablenken... Frühstück gefällig? Oh ja, sehr gerne. L übernimmt das Toasten, wir decken den Tisch, und kurze Zeit später sitzen alle da und schlemmen. Nebenbei planen wir die nächsten Tage. Am Freitag werden die drei nach New York fahren,  bis dahin sind noch ein paar Besuche geplant. Für den heutigen Tag schlage ich einen Besuch des Wal-Museums in New Bedford vor. Da es sehr warm ist, erscheint uns der Aufenthalt in einem klimatisierten Museum reizvoll. Bevor wir aufbrechen, wollen wir jedoch noch Wäsche waschen. B bringt eine Tüte voll Schmutzwäsche in den Keller, wir beladen gemeinsam die Maschine und sprechen dabei noch einmal ausführlich über den gestrigen Abend. Sie hatte meine Not sehr wohl wahrgenommenen, war sich allerdings nicht im Klaren darüber, was genau in mir ablief. Die Schilderung meiner Zerrissenheit bedrückt sie sichtbar - Empathie tut wirklich gut! Bald ist die Wäsche fertig, wir hängen sie im Hinterhof bei bestem Sonnenschein auf und starten gleich noch eine Ladung mit Handtüchern.

Gegen eins geht es los, erste Etappe ist eine Apotheke, wo B einen Inhalator ersteht. In flotter Fahrt geht es weiter nach New Bedford, einer schmucken Hafenstadt in Massachusetts. Lunch time, P meldet Hunger an und erbittet Vorschläge. Ich habe im Vorbeifahren einen Burgerladen erblickt, der mir zusagte und schlage diesen vor. Alle sind einverstanden, wobei B zu bedenken gibt, dass es hochwertigeres Essen gäbe... Anyway, wir tun dies ja nicht jeden Tag. Ein Parkplatz ist sofort gefunden, wir füttern die Parkuhr mit Quartern und gehen ein Stückchen die Straße hinunter, bis wir das Burger-Schild entdecken.


Das kleine Lokal macht einen guten Eindruck, kein Fastfood vom Fließband, sondern mit Liebe und Kreativität zubereitete Speisen werden hier angeboten. Die Bedienung ist überaus freundlich, die Einrichtung fantasievoll, und sogar die Musik ist ziemlich nett. Die Qualität der Speisen überzeugt, alles ist frisch, interessant gewürzt, z.B. mit Kräutern und Blüten, und schmeckt großartig.




L möchte Michael Jackson hören, diesen Wunsch erfüllen ihm die jungen Frauen hinter dem Tresen nur zu gerne. Gut gelaunt verlassen wir das sympathische Lokal, nachdem P noch nach einem Tipp für guten Kaffee gefragt hat. Wir quälen uns durch die Gluthitze um zwei Blocks herum und erblicken das empfohlene Café.


Schnell hinein, dort ist es nämlich klimatisiert, wie in allen Läden. Die servierten Getränke munden hervorragend, und ich kann nicht umhin, ein Stück Creme brulee Cheesecake zu bestellen, der unglaublich gut schmeckt, mich aber leider bis zum Hals füllt.


Nun sind wir bereit für das Museum. Während Uli und ich weitere Quarter in die Parkuhr werfen, erstehen P und B schon mal Eintrittskarten. Wir verstauen unsere Taschen in einem Schließfach und starten den Rundgang durch die Ausstellung.


Sehr beeindruckende Exponate finden sich hier: Wal-Skelette hängen von der Decke herunter, aus den Knochen tropft eine braune Flüssigkeit, die sich in einem Gefäß sammelt, ein komplettes Schiff steht zum Erforschen bereit, es gibt Riechproben, Waffen, jede Menge Gemälde und und und...



Wir erfahren sehr spannende Details über die größten Säugetiere der Welt sowie über die Jagd, die das gefährlichste Raubtier, der Mensch, seit Jahrhunderten auf die prächtigen Riesen macht. Die Temperatur ist allerdings kritisch, da in einigen Räumen höchstens 15 Grad herrschen. B friert und eilt zum Auto, um sich eine Jacke zu holen.


Knappe zwei Stunden beschäftigt uns das Thema Walfang, dann haben wir genug gesehen und verlassen die gelungene Ausstellung. Draußen erwartet uns ein grauer Himmel: in der Zwischenzeit hat es zu regnen begonnen, und zwar nicht zu knapp! Der Weg zum Auto ist nicht weit, aber wir müssen uns beeilen, um nicht durchnässt dort anzukommen.


Routen-Uschi geleitet uns sicher aus der Stadt heraus und führt uns zum Highway 195 Richtung Providence. Nach einer guten halben Stunde Fahrt erreichen wir das Haus - leider hat es auch hier heftig geregnet, und wir fürchten um die Wäsche im Hinterhof. Überflüssig, denn Susan war so nett, unsere Sachen für uns in Sicherheit gebracht zu haben. P und B fahren noch schnell zu Whole Foods, denn wir brauchen schon wieder Brot und Aufschnitt. Ich kümmere mich derweil um die Wäsche. Ein paar Kleidungsstücke sind noch klamm, diese hänge ich auf. Im Keller befülle ich den Trockner mit den frisch gewaschenen Handtüchern und ziehe mich dann einen Moment zurück - ich brauche immer mal ein bisschen Abstand vom Trubel, der L kontinuierlich umgibt.

Die beiden Einkäufer kehren zurück, sie haben zusätzlich noch diverse vegetarische Brotaufstriche und Obst mitgebracht. Die Ananas duftet wunderbar! P ist erschöpft und legt sich eine Weile hin, während wir Abendessen zubereiten: gebratene Nudeln, gemischten Salat und von L getoastetes Baguette. Die Konversation plätschert heiter dahin, während wir uns an den leckeren Speisen laben. Dann ist es plötzlich kurz vor neun, Schlafenszeit für L. P bringt ihn ins Bett und bittet anschließend darum, wie jeden Abend mit seiner Liebsten eine Runde drehen zu dürfen. Natürlich, gerne! Wir regeln die Klimaanlage in unserem Zimmer auf low, denn es ist nach wie vor drückend heiß, und widmen uns der abendlichen Entspannung: Uli surft, und ich schreibe mein Blog.

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