Catania at it's best

Catania at it's best
la bella città nera

Sonntag, 2. August 2015

A very nice and sunny Saturday

Samstag, 1.8.15
Noch lange hatten wir den Computer an und schauten "Manche mögen's heiß" - genau das Richtige, um nicht über Einbrecher nachzudenken... Dennoch beginnt der Tag um acht, Schwitzen inklusive. Duschen ist die erste Amtshandlung, dann Frühstücken. Das Brot, welches wir im Aldi erstanden hatten, schmeckt derartig süß, dass man das Gefühl hat, Kuchen zu essen. Kein Wunder, dass die Menschen hier oft extrem übergewichtig sind. Wenn Grundnahrungsmittel Zucker enthalten und zusätzlich noch diverse gesüßte Getränke etc konsumiert werden, schwillt der Bauch bald gewaltig an. Man isst einfach mehr, als notwendig ist - Suchtstoff pur.

Strand ist der Plan für heute, Cape Cod sieht auf der Karte so reizvoll aus, dass wir die lange Fahrt in Kauf nehmen wollen. Packen ist fix erledigt: Badezeug, Sonnenschirm, Getränke und ein paar blaue Pflaumen, schon kann es losgehen. Uli füttert Routen-Uschi mit den notwendigen Informationen und versorgt noch kurz Susan's Haus, dann beladen wir das heiße Auto und sind on the road. Runde drei Stunden werden wir brauchen, bis wir die ersehnte Landzunge im Atlantik erreichen. Ich freue mich auf einen schönen Ausflug mit meinem Schatz und auf ein Bad im kühlen Nass.

In der ersten Stunde geht es flott voran, ländliches Flair umgibt uns, wir staunen über die teilweise recht heruntergekommenen Ortschaften. Tanken wird notwendig, also verlassen wir den Highway und suchen eine Tankstelle. Kleines Hindernis: wie öffnet man den Tank?! Eine Weile suchen wir herum, bis Uli schließlich nach dem Handbuch greift. In diesem Moment entdecke ich den richtigen Knopf, der sich an der Fahrertür versteckte. Bevor man die Zapfsäule benutzen kann, muss man erst bezahlen bzw eine Kreditkarte hinterlegen. So beugen die Tankstellenbesitzer sehr effektiv einem Diebstahl vor. Die Tankfüllung kostet nur 35 Dollar - endlich mal etwas, was günstiger ist, als in Deutschland.

Zurück auf dem Highway bildet sich bald ein gründlicher Stau. Scheinbar sind wir nicht die einzigen, die es Richtung Atlantikküste zieht. Etwa eine halbe Stunde kriechen wir im Schritttempo dahin... so anstrengend! Aber endlich löst sich die Fülle auf, und wir können wieder Fahrt aufnehmen. Über mehrere Brücken gelangen wir nach Cape Cod. Bereits am Straßenrand entdecken wir hellen Sand, ein frischer Wind weht: der Ozean kann nicht mehr weit entfernt sein. Ein kurzer Stop an einer Touristen-Information bringt Licht ins Dunkel auf der Suche nach einem Café.


In der Nähe befindet sich eine mall mit diversen Lokalen, unter anderem einem Dunkin Donuts, wo wir Cappuccino erstehen, der recht lecker ist.
Uli hat ziemliche Rückenschmerzen, und ich entdecke einige Massagesessel. Was liegt näher, als schnell mal ein paar Scheinchen in Entspannung zu investieren!? Ich schiebe einen Dollar-Schein Uli's Sessel, und schon beginnt das Teil zu arbeiten - so stark, dass Uli ächzt und stöhnt.


Nun will ich es auch wissen, der nächste Sessel wird gefüttert! In der Tat walkt das Gerät mit einer Intensität, dass man fast von Schmerzen sprechen kann. Ich genieße die kurze Massage sehr und lege noch einen Schein nach. Uli ist bedient und kauft sich lieber Tabak.

Wir lassen die mall hinter uns zurück und fahren weiter Richtung Strand. Ich sehne mich jetzt sehr nach Abkühlung. Etwa eine halbe Stunde später erreichen wir Wellfleet. Ein Parkplatz ist glücklicherweise schnell gefunden. Es sind nur wenige Schritte, dann sehen wir die Steilküste - und dahinter einen dunkelblauen Atlantik mit kräftiger Brandung.


Mich kann nichts mehr halten, ich eile den Abhang hinunter (soweit meine Knie mitspielen), entledige mich blitzschnell meiner ohnehin nur leichten Bekleidung, hüpfe in den Badeanzug und stürze mich in die wunderbar kühlen Fluten. Ist das herrlich!!! Kräftige Wellen schleudern mich hin und her, genauso liebe ich es. Am Strand kämpft Uli mit dem Sonnenschirm, der sich im recht starken Wind einfach nicht bändigen lassen will. Schließlich gibt Uli auf und kommt zu mir ins Wasser. Er ist ja nicht so badeaffin, genießt aber trotzdem die Erfrischung und die tolle Brandung. Eine ganze Zeit toben wir herum und bewundern die vielen Surfer, meist junge Männer, aber auch einige Frauen - sogar eine deutlich ältere. Sähe man sie auf der Straße, man nähme niemals an, dass sie Surferin ist. Soviel zu Vorurteilen! Ich weiß immer klarer, dass ich keine Ahnung von gar nichts habe.


Nach dem wilden Bad liegen wir noch eine Weile in der seichten Dünung herum und bemerken, wie das Wasser immer weiter zurück geht... Ebbe. Die Surfer müssen auf große Wellen verzichten und klettern nach und nach von ihren Brettern. Wir taumeln erfrischt an Land. Lange nicht war das Meer so berauschend für mich. Absolut zufrieden liege ich im Sand und trockne genüsslich vor mich hin.


Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Außerdem haben wir Hunger. Die vier Pflaumen sind fix verschlungen - unglaublich lecker und sehr saftig, aber nicht wirklich sättigend. Also packen wir unsere Sachen zusammen und erklimmen die steile Küste, wo unser Auto auf uns wartet. Auf dem Ocean View Drive genießen wir noch einmal den Blick über diese grandiose Küste. Dann führt die Straße uns zurück auf den Highway 6 Richtung Provincetown. Hier hat es gerade geregnet, überall sind große Pfützen.
Knappe zwanzig Minuten später sind wir in der pittoresken Hafenstadt angekommen und staunen über die Mengen von Menschen, die sich überall tummeln. Mit dem Auto ist es wirklich kein Vergnügen, sich durch die engen Gassen zu manövrieren, Parkplätze gibt es auch keine - aber dafür minimal bekleidete Männer zuhauf. Willkommen in der Hochburg der Homosexuellen! Das bunte Treiben lockt uns, und nach einigem Hin und Her entdecken wir einen Parkplatz oberhalb des Ortes. In der hintersten Ecke sind noch Plätze frei, so werden wir die Blechbüchse los und können das Geschehen aus nächster Nähe begutachten. Es ist eine erstaunliche Mischung aus Familien mit Kleinkindern und offensichtlich homosexuellen Paaren, welche sich in großer Menge durch die engen, bunten Straßen drängt.



Friedliche Koexistenz - jeder akzeptiert jeden, sehr angenehm. Endlich finde ich auch ein paar Postkarten... wenn ich nicht bald mit dem Versenden beginne, sind wir vor den Karten wieder in Deutschland.
Zwei Musiker am Straßenrand erwecken unser Interesse, weil sie sich besonders engagiert und freudig ihrer Kunst widmen. Wir lauschen eine Weile.
Es ist sehr interessant hier, aber auch sehr laut, eng und extrem teuer, wie wir schnell feststellen dürfen, als der Hunger uns in eine kleine chinesische Garküche treibt, wo wir für 6 Mini-Teigtaschen, Dumplings genannt, 8 Dollar hinblättern. Dieses Häppchen inhalieren wir blitzschnell, sind aber keineswegs gesättigt.


Also suchen wir das nächste Lokal auf, einen einfach wirkenden Imbiss, der durch kleine Portionen in Kombination mit hohen Preisen dafür sorgt, dass ich mich ärgern muss.


Mein Schatz ermahnt mich, für jeden Moment und alle Erfahrungen dankbar zu sein. Na gut, dann aber nichts wie weg hier!  Für einen neugierigen Besuch gefällt mir Provincetown super, einen ganzen Urlaub könnte ich hier allerdings nicht verbringen. Dafür stößt Trubel in Verbindung mit Nepp mich doch zu sehr ab.



Bereits nach acht ist es, als wir wieder in das Auto klettern. Mir graut ein bisschen vor dem langen Rückweg. Bald ist es stockdunkel, und ich muss mich sehr aufs Fahren konzentrieren. Der Versuch, durch das Radio ein bisschen Unterhaltung zu bekommen, scheitert kläglich: alle verfügbaren Sender bringen nur nerviges Gedudel. Also kümmere ich mich lieber darauf, dass wir unbeschadet nach Hause gelangen. Routen-Uschi führt uns ein paar Mal in die Irre, weil ich ihre Ansagen fehldeute. Es wird spät und später, meine Augen brennen, ich bin hundemüde - entsprechend mies wird meine Stimmung! Endlich tauchen die ersehnten Schilder auf, die das baldige Erreichen unseres Domizils ankündigen. Mit letzter Kraft parke ich das Auto, stolpere unter die dringend notwendige Dusche (an einigen Stellen kleben noch Seetang und Sand) - und dann nichts wie ab ins Bett. Blog schreiben muss heute leider ausfallen!

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