Freitag, 31.7.15
Kurz nach dem Einschlafen ertönt plötzlich ein schrilles Piepsen. "Die Alarmanlage!" so lautet die überaus beunruhigende Aussage von Uli! Er springt aus dem Bett, zeitgleich höre ich P im Flur und hoffe inständig, dass es sich um einen Fehler handelt. Die Warnung von Susan klingt mir im Ohr, es gäbe hier viele Einbrecher. Ängstlich lausche ich in die Nacht, kann aber nichts wahrnehmen.
Uli kommt zurück und berichtet, P habe die Anlage gestoppt, weiter sei nichts gewesen. Wahrscheinlich ein kurzer Stromausfall. Dennoch bleibe ich unruhig und schlafe schlecht. Immer wieder werde ich wach und grusele mich vor diffusen Übeltätern.
Im Morgengrauen erwache ich schweißnass und wälze mich unruhig hin und her, bis es schließlich Zeit ist, aufzustehen. Kurz nach sieben ist es, und die New York-Reisenden in hektischer Betriebsamkeit. Wie gut, dass wir nur für den Fahrdienst zum Busbahnhof zuständig sind, so können wir entspannt dem Treiben beiwohnen, ohne uns von der Nervosität anstecken zu lassen. Ein bisschen können wir beim Proviant vorbereiten helfen und damit die Wogen ein wenig glätten. P drängt zum pünktlichen Aufbruch - und natürlich hat er Recht, wenn er anmerkt, dass der Bus nicht warten wird. Gegen viertel nach acht erreichen wir den Busbahnhof, der New York-Express steht bereit, unsere Freunde übergeben ihre Koffer dem zuständigen Mitarbeiter und umarmen uns herzlich zum Abschied.
Wir warten noch, bis der Bus abfährt, um den dreien zu winken, dann besteigen wir das Auto und suchen das Capitol Café, welches Uli für unser Frühstück ausgewählt hat. Dank Routen-Uschi finden wir problemlos dort hin. Ein Parkplatz direkt vor der Tür trägt zur Entspannung bei. Freundlich empfängt uns eine nette Bedienung und weist uns einen Tisch zu. Wir haben große Lust auf Omelettes mit Hash Browns und Toast. Die Speisekarte hält eine große Auswahl bereit. Ich bestelle als Getränk heißes Wasser, Teebeutel habe ich nämlich selbst mitgebracht. Für die Bedienung kein Problem und auf der Rechnung nachher kostenlos. Lecker und üppig sind die Speisen, die man uns serviert. Genau so wollten wir es!
Da ein paar Einkäufe notwendig sind, suche ich online nach einem nahen Supermarkt. Ein Aldi findet sich in der Nähe, da interessiert uns sowieso Aufmachung und Sortiment, also nichts wie hin. Die Hitze ist bereits wieder enorm, die wenigen Meter vom Auto zum Laden erscheinen uns reichlich beschwerlich. Im Geschäft die übliche Abkühlung via Air Condition - angenehm, weil nicht übermäßig kalt. Vom deutschen Sortiment führt Aldi USA nur wenige Produkte, vor allem Schokolade und Kekse. Alles andere sind landesübliche Waren. Wir erstehen Apfelsaft, Brot, Obst, Aufschnitt und Hygieneartikel und freuen uns über endlich mal moderate Preise.
Wegen der zu kühlenden Lebensmittel fahren wir auf direktem Weg nach Hause. Dort steht die Luft... schnell die Klimaanlage aufdrehen! Satt und etwas müde vertrödeln wir den Mittag mit Kuscheln, Herumliegen, Duschen und Schlafen. Sehr angenehm und höchst entspannend.
Erst am späten Nachmittag verlangt es uns danach, das stille Haus zu verlassen und uns ein wenig in der Stadt umzusehen. Auch macht sich leichter Hunger bemerkbar. Ein leckerer Burger schwebt uns vor. Schnell ist ein Lokal bei Yelp ausfindig gemacht, das gute Bewertungen hat und nur wenige Autominuten entfernt ist. Schockierend die Temperatur in unserem Gefährt! Es stand stundenlang in der prallen Sonne - die Klimaanlage muss erstmal auf höchster Stufe laufen, damit wir nicht noch mehr schwitzen als ohnehin schon.
BBC (Better Burger Company) heißt das Lokal, welches wir ausgewählt haben. Parken ist in einer schattigen Nebenstraße möglich. Ich füttere die Parkuhr mit Dimes, bis mir klar wird, dass diese lediglich Quarter akzeptiert. Nun ja, reisen bildet und kostet Lehrgeld. Das Burger-Lokal empfängt uns gut gekühlt und mit einer appetitlichen Auswahl an interessanten Varianten des Fast Food Klassikers. Uli entscheidet sich für einen Lachs-Burger, ich wähle einen mit Truthahn und Avocado. Da die Speisen frisch zubereitet werden, dauert es einen Moment. Getränke und Dips holt man sich selbst. Das Essen wird serviert und befriedigt uns vollauf. Burger ist eben nicht gleich Burger. Und entgegen B's Aussage, diese Läden zögen nur Übergewichtige an, sehen wir hier ausschließlich schlanke Gäste.
Nach dem Essen schlendern wir noch ein bisschen die Thayler Street entlang. Hier tobt das Leben, jede Menge Studenten tummeln sich vor und in den bunten Cafés und Restaurants. Ein Cappuccino passt gerade noch in meinen Bauch hinein, aber der Cookie, den ich gierig dazu erstehen musste, landet nach drei Bissen im Müll. "Schuld" sind Fritz und seine Globuli!!
Uli möchte einen Laden aufsuchen, den er für die Anschaffung eines Geburtstagsgeschenks für mich ausgesucht hat. Also durchqueren wir die abendliche Stadt bis zur Dean Street. Ich wandere erst ein bisschen herum, entdecke allerdings nichts, was mich interessiert und setze mich wieder ins Auto. Wenige Minuten reichen aus, um mich komplett verschwitzt sein zu lassen. Sauna gratis. Zum Glück kommt Uli bald wieder.
Den Rückweg suche ich ohne Navigation, und es klappt. Zwar mit kleinem Umweg, aber dennoch erfolgreich. So langsam erhalten wir einen Überblick, wo was ist. Ein schneller Stop bei Whole Foods, die Marmelade ist alle, und hier gibt es welche ohne Zucker. Natürlich bleibt es nicht bei selbiger, es landen noch Obst, Kefir, Kekse und Kokoswasser im Einkaufskorb. Die Sachen sehen einfach zu verlockend aus - aber diese Preise...
Jetzt nur noch den Hügel hinauf, und wir sind Zuhause. Nachdem die Einkäufe verstaut und die Klimaanlagen eingeschaltet sind, relaxen wir beim Surfen im Internet und dem Verfassen von eMails, unter anderem an Julian. Dann dusche ich zum dritten Mal an diesem Tag und begebe mich ins Bett, wo ich mich um mein Blog kümmere. Vielleicht gucken wir gleich noch ein bisschen "The Mentalist" - oder wir schlafen einfach.
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