Catania at it's best

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la bella città nera

Sonntag, 20. April 2025

siamo molto comodo oggi * settimo giorno

Rein gar nichts hat die Nachtruhe gestört, weder miese Träume noch fiese Tiere - wundervoll, so zu erwachen, das freundliche Tageslicht hinter den dichten Schotten zu vermuten und fröhlich aus dem Bett zu hüpfen. Es ist bereits nach 10, Uli ist schon ein Stündchen auf und genießt die Morgensonne auf einem der Mini-Balkone zur Via Coppola. Sein Buch liegt leider im Schlafzimmer, sodass er unfreiwillig pausieren musste…

Ostergrüße wollen raus und Italienisch muss gelernt werden - die tägliche Routine macht’s.
Colazione wo? Viel Zeit bleibt nicht, also entscheiden wir uns für Comis um die Ecke. Wir wählen einen Tisch im Halbschatten, denn die Sonne steht bereits hoch am Himmel und sengt unbarmherzig auf uns herab. Uli möchte nur eine Kleinigkeit und wählt einen Cannolochini zum Cappuccino.

Mir ist nach mehr, ich möchte wieder Granita, dieses Mal aber ganz klassisch mit Brioche zum Einstippen, und dazu das unvermeidliche Heißgetränk mit C am Anfang.
Schnell werden wir bedient und können uns voll und ganz dem Genuss unseres Frühstücks hingeben. Alles ist so köstlich… morgen will ich das Gleiche nochmal. Und anschließend Obstsalat. Apropos: ob heute auch Markt ist?

Nachdem ich an der cassa die Rechnung beglichen habe, schlendern wir durch die erstaunlich leeren Straßen Richtung Marktplatz. Wir nehmen den direkten Weg, der uns an einigen Damen in Fenstern vorbei führt, die auf Kundschaft warten. In der Furcht, mit irgendetwas Ekligem beworfen zu werden, senke ich den Blick, bis wir der Gefahrenzone entronnen sind.
Es ist schon aus der Ferne zu erahnen: kein Markt heute. Auch hier sind kaum Menschen unterwegs, nur die üblichen schwarzen Straßenhändler mit ihre Nike-Angeboten.
Eine Weile stehen wir unschlüssig auf dem leeren Platz herum und merken dann, dass die Sonne ganz schön Kraft hat und wir eigentlich erschöpft sind…

Flugs treten wir den Heimweg an. Uli versucht sich erneut sehr tapfer an dem störrischen Türschloss.

Nach 20 Versuchen gibt er frustriert auf; ich öffne das Schloss sprichwörtlich im Handumdrehen. Nochmal zeige ich ihm, wie ich mit einem winzigen Schlenker des Handgelenks erfolgreich agiere. Uli probiert es aus - und tatsächlich: evviva, es geht!! Gleich mehrmals hintereinander schließt Uli begeistert die Tür auf. Endlich kann er sich unabhängig von meinem Schlüsselhändchen bewegen!
Zuhause ist es angenehm kühl auf den Marmorböden. Weil es ja keinen Ostsalat gab, gönne ich mir die restliche Ananas von gestern Abend. Anschließend puzzeln wir in der Wohnung herum, lesen, spielen, schreiben ein paar Nachrichten und lassen nebenbei eine Maschine mit Wäsche laufen. Uli lackiert mir die Fußnägel mit dem neuen Glitzerlack; so werde ich die Sandalen morgen noch viel lieber anziehen. 

Ich lichte die traumhaft schönen Räume des Palazzo ab und freue mich, hier sein zu dürfen. Einfach nur wundervoll!
In der Küche entdecke ich eine blasse, winzige Mücke, die natürlich sofort ausgelöscht wird. Ob diese kleinen Dinger die fiesen großen Quaddeln verursachen? Egal, so genau will ich das gar nicht ausprobieren!

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Die praktischen Schotten, die uns das Licht und den Lärm vom Hals halten.
 

So plätschert der Nachmittag gemächlich dahin und wird zum Abend, bis sich ein Hüngerchen einstellt. Ob wir mal einkaufen gehen? Il frigorifero è abbastanza vuoto (der Kühlschrank ist ziemlich leer), also versuchen wir unser Glück bei decò - aber es ist ja Ostern und da haben die Supermärkte offenbar geschlossen. Schade, dass wir gestern so gar nicht auf Zack waren. Wie wäre es denn zur Abwechslung mal mit Arancini? Unbedingt! Vielleicht gibt’s heute den mit Sepia bei Munnu?
Wir wählen die Via Etnea und staunen über die Menschenmassen, die hier unterwegs sind.

Auch die Läden auf dieser Hauptverkehrsstraße haben größenteils zu. Dafür sind in den Nebenstraßen Stände mit Kunsthandwerk aufgebaut. Hübsch sieht das aus: helles Holz mit bunten Auslagen vor dunklen alten Gemäuern.

Wir möchten aber erstmal essen und finden uns bei Munnu ein - obwohl ich auf dem Weg dorthin an einem Fischladen kurz schwach werden möchte … pesce fritte, si, per piacere, ma non oggi. Heute keine frittierten Fische - aber eventuell morgen? Die freundlichen Damen an der Arancini-Frittüre bereiten unsere Wunsch-Reisbällchen zu (2 Thailandese, wie Thai-Curry, 2 Ammucciata, mit Pilzen, Trüffel und Wurst) und wir bestaunen das bunte Treiben, während wir geduldig warten. Aus drei Ecken tönt unterschiedliche Musik in ziemlich laut, die Straße ist voll mit Menschen diverser Nationalitäten, die in alle Richtungen strömen und wild durcheinander plappern. Dazwischen die unvermeidlichen E-Scooter und auch ein paar Autos, die nur im zögerlichsten Schritttempo vorwärts kommen.

Unsere knuspig frischen Arancini sind überaus schmackhaft und mildern den Appetit enorm. Dennoch schreit Etwas nach dolce, der süße Zahn wimmert. Es eilt nicht, daher schauen wir in aller Ruhe die reizvollen Stände an, wo es niedliche Ätna-Kunstwerke und jede Menge Schmuck zu bewundern gibt. Hier hätte ich auch ein Lavaperlen-Armband bekommen.
Brauche ich ein zweites? No. Aber ein kleines Eis. In einem unscheinbaren Nischen-Café entdecken wir ein sehr überschaubares Angebot an Eissorten, sogar mit deutlich sichtbaren Preisen. Spitze, hier wird es wenigstens keine böse Überraschung geben!
Uli hat sich für ein sensationell leckeres Pistazieneis mit salzigen Stückchen entschieden, das ich unbedingt beim nächsten Mal auch will. In der Piazza Stesicoro schmettert ein ambitionierter Sänger bewegende Balladen, es gibt eine freie Marmorbank, noch sonnenwarm, und so verweilen wir in aller Ruhe ein Viertelstündchen, schlemmen unser Eis und bewundern die vielen chicen und manche nicht so chice Menschen, die auch hier kreuz und quer herum flanieren.

Für den Heimweg verlassen wir einfach mal die gewohnte Strecke und nutzen die Nebenstraßen. Im Nu erreichen wir die winzige Via Francesco Paolo Frontini mit dem Palazzo di Felice. Ich gehe schonmal hoch in die Wohnung, Uli holt sich noch eine Cola; jetzt ist es ja kein Problem mehr mit der Haustür!
Und den Abend lassen wir erneut in aller Ruhe auf der gemütlichen Lümmel-Couch ausklingen und freuen uns schon auf den nächsten brandneuen, knackfrischen Tag.

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